Dienstag, 27. September 2022

Es herbstelt bei den Ackerhelden

Ackerhelden-Acker im September
Es ist schon ganz schön herbstlich geworden auf dem Ackerhelden-Acker. Dabei ist es erst sechs Wochen her, dass noch alles grünte. Inzwischen müssen wir nicht mehr jeden Tag hinfahren. Erstens, weil es jetzt doch relativ viel geregnet hat. Und zweitens, weil wir das meiste Gemüse bereits geerntet haben. Wir haben aber auch einiges nachgesät - zum Beispiel diese "grüne Insel", die man oben im Bild in der Mitte sieht.
Kornblumen und Ringelblumen im September
Die Kornblumen, die im Juli so schön blau geblüht haben, sind längs verblüht. Und auch die Ringelblumen tragen nur noch einzelne Blüten. Zumindest von den Ringelblumen habe ich jede Menge Samen geerntet.
Ackerhelden-Parzelle im September
Auf unserer Parzelle gibt es aber auch noch so einiges mehr, was wir zur Zeit ernten.
Wirsing und Spitzkohl im September
Der Wirsing, der im August von irgendwelchen Tieren angeknabbert wurde (wir hatten die Mäuse im Verdacht), hat sich wieder einigermaßen davon erholt. Den Spitzkohl haben wir allerdings aufgegeben. Der ist ganz zerfressen und nicht mehr besonders appetitlich. Den mag ich nicht mehr ernten.
Zucchini im September
Zucchini können wir dagegen noch immer ernten, auch wenn der Mehltau den Pflanzen zu schaffen gemacht hat, und die Wühlmäuse alles untergraben haben. Ich vermute jedenfalls, dass es Mäuse sind, die diese lockeren Erdhügel unter den Pflanzen angehäufelt haben. 
Paprika "Liebesapfel" und Chili im September
Ob aber die Paprika- und Chilifrüchte noch rot werden, ist die Frage. 
Nachgesät: Karotten, Spinat, Herbstrettich und Grünkohl
Die Ackerhelden bieten ihre Parzellen ja im Frühjahr bepflanzt mit 21 Reihen Bio-Gemüse an. Da hat man quasi schon eine große Gemüse-Vielfalt. Wir haben im August, als die ersten Salate geerntet waren, noch Karotten, Winterspinat, Herbstrettich, Mairübchen und Grünkohl ausgesät. Und inzwischen sehen die Pflanzen schon ganz vielversprechend aus. Der erste Herbstrettich "Wiener Runder Kohlschwarzer" ist geerntet.
September-Ernte: Gelbe Bete, Wirsing, Zucchini, Herbstrettich und Spinat
Wirsing, Zucchini, Spinat und vor allem jede Menge Gelbe Bete müssen jetzt noch verarbeitet werden. Nach vier Monaten Selbstversorgung vom Ackerhelden-Acker muss ich sagen, dass ich es etwas unterschätzt habe, wie viel Zeit man dafür benötigt, die Ernte einzukochen, einzufrieren oder auch nur frisch in der Küche zu verwenden - zumindest, wenn man Vollzeit berufstätig ist. Denn während ich auf dem Acker immer Hilfe hatte, bleibt der Rest der Arbeit doch hauptsächlich an mir allein hängen.
Es wird Herbst auf dem Ackerhelden-Acker
 

Sonntag, 18. September 2022

Gefilzte Burger für die Kinderküche

 Selbst gefilzte Burger

Als ich vor vielen Jahren mit dem Filzen begonnen habe, hätte ich mir nicht vorstellen können, dass ich irgendwann einmal Spielzeug für meine Enkel filzen würde. Und damals habe ich auch fast ausschließlich mit der Nassfilz-Technik gearbeitet, weil ich es so faszinierend fand, wie man aus ganz wenigen Zutaten - nämlich Wolle, Seife und Wasser - ganz viele Dinge herstellen kann. Besonders hat mich beeindruckt, dass es möglich ist Taschen, Hausschuhe oder sogar Kleider zu filzen, ohne irgendetwas zusammen zu nähen. Inzwischen komme ich kaum noch zum Filzen, habe aber noch sehr viel Wolle übrig. Und aus dieser mache ich nun Spielsachen - und diese mache ich in der Trockenfilz-Technik. Aktuell sind zwei Burger entstanden. 

Gefilzter Burger mit Zwiebelring
Einen habe ich mit Salat, Käse, Tomaten und einem Zwiebelring belegt. Natürlich gibt es auch ein Burger-Pattie.
Gefilzter Burger mit Gurkenscheiben
Den anderen habe ich mit zwei Scheiben Gurken statt der Zwiebel belegt. Die Zwiebel mit der Nadel zu filzen war nämlich am zeitaufwendigsten. Da hat meine Geduld nicht ganz gereicht, um noch einen zweiten Zwiebelring zu machen. Und bei den Gürkchen hat die Wolle nur noch für zwei Stück gereicht. 
Burgerzutaten aus Filz: Brötchen, Pattie, Salatblatt, Käse, Tomaten
Die Wolle im passenden Grünton habe ich nämlich schon verbraucht, als ich im vergangenen Jahr die Gurken für die Kinderküche der beiden Jungs gefilzt habe. Damals waren auch schon einige Scheiben Tomaten dabei. Mit dem Filzgemüse spielen sie noch immer hin und wieder. Ebenso wie mit dem kleingeschnittenen Obst. Und auch eine Pizza habe ich ihnen mal gemacht. Auf dieser hatte ich damals die einzelnen Zutaten festgefilzt, weil die Kinder noch so klein waren - damit sie nichts verschlucken. (Ein Foto gibt es leider nicht). Die Burger können sie nun mit den Zutaten selbst belegen. 
Burgerzutaten aus Wolle selbst gefilzt
Es ist relativ zeitaufwendig, mit der Filznadel zu filzen. Wie das geht, habe ich schon vor vielen Jahren einmal ansatzweise erklärt, als ich die Gänseblümchen gefilzt habe. Deshalb verzichte ich hier jetzt darauf. Obwohl ich noch so viel Wollreste in allen erdenklichen Farben hatte, musste ich tatsächlich noch etwas gelbe Wolle für die Käsescheiben kaufen. Davon habe ich natürlich nur einen klitzekleinen Teil benötigt. Der größte Teil ist noch übrig. Daher werde ich nun wahrscheinlich noch ein paar andere Käsesorten machen, denn die Brötchen kann man ja auch als Sonntagsbrötchen belegen. 

Zutaten für Burger selbst gefilzt
Und vielleicht können die beiden auch noch Zitronen, Bananen und Kartoffeln gebrauchen, falls sie mal einen Kaufladen geschenkt bekommen. Es gibt noch viel zu tun.

Samstag, 27. August 2022

Tomaten und Paprika: Balkonanbau versus Freiland

Tomaten und Paprika geerntet im August
Tomaten und Paprika brauchen Sonne. Weil es in unserem Garten aber inzwischen überwiegend schattig ist, ist der Tomatenanbau dort nicht mehr möglich. Ich habe das vor einigen Jahren zuletzt probiert und dann schweren Herzens aufgegeben, weil ich doch Tomaten so gerne esse. Doch dann fiel mir ein, dass unser Balkon immerhin noch einigermaßen in der Sonne liegt - zumindest ab der Mittagszeit bis zum Abend. Also habe ich noch einmal einen Versuch gestartet.

Selbst gezogene Tomatensetzlinge Ende März

Anfang März habe ich damit begonnen, Tomaten- und Paprikapflanzen aus Samen auf der Fensterbank vorzuziehen. Dabei habe ich mich für drei verschiedene Tomatensorten, nämlich die beiden Buschtomaten "Saschas Altaj" und "Alaska" sowie die alte russische Sorte "Feuerwerk" entschieden, die ich schon einmal vor vielen Jahren im Topf angebaut habe. Weil sie uns damals so gut geschmeckt hat, wollte ich sie unbedingt noch einmal ausprobieren.

Selbst gezogene Paprika und Tomaten auf dem Balkon
Auch die Paprikasorte "Macho" ist eine russische Sorte, die als ertragreich gilt und deren lilafarbene Früchte ich gerne einmal essen wollte. Mitte Mai habe ich die vorgezogenen Tomaten und Paprika in Töpfe gepflanzt und auf den Balkon verfrachtet. Dort stehen sie unter dem Dachvorsprung vor Regen relativ gut geschützt. Es hat allerdings so gut wie gar nicht geregnet in diesem Sommer.
Paprikapflanzen im Freiland und im Topf Ende Mai
Anfang des Jahres, als ich die Tomatensamen bestellt hatte, wusste ich ja noch nicht, dass ich ab Mai auch einen Acker haben würde. Da man bei den Ackerhelden nichts pflanzen darf, was man zu Hause vorgezogen hat, habe ich noch drei verschiedene Paprika- und eine Chilipflanze im Ackerhelden-Shop gekauft. Tomaten für den Freilandanbau waren Anfang Mai schon nicht mehr zu bekommen. Zwei der Paprika und die Chili habe ich im späten Mai auf dem Acker ausgepflanzt, die dritte Paprika kam mit auf den Balkon. Sie trug am 30. Mai schon die ersten Blüten.
Paprikapflanzen Mitte Juni im Freiland
Die Paprikapflanzen haben sich im Freiland ganz anders entwickelt als auf dem Balkon. Es war ja bereits im Mai sehr heiß. Die Freilandpflanzen konnte ich nur einmal am Tag - meistens abends - gießen. Ihre Blätter sind kaum größer geworden, wurden eher ledriger und die Pflanzen haben am Stängel viele Knospen ausgebildet, sodass die Paprika buschiger wurden. Das Bild oben ist von Mitte Juni.
Paprikapflanzen im Topf auf dem Balkon Mitte Juni
Die Pflanzen auf dem Balkon konnte ich viel öfter gießen. Und das musste ich auch, weil die Erde in den Töpfen mehrmals am Tag komplett ausgetrocknet war. Auch auf dem Balkon war es fast schon zu heiß und um die Pflanzen vor Verbrennung zu schützen, habe ich sie an den extremsten Hitze-Tagen in den Schatten gerückt. Ihre Blätter waren viel größer und dünner als die der Freilandpflanzen. Auch dieses Bild oben ist von Mitte Juni.
Paprika-Vergleich Freiland versus Balkon Ende Juni
Auch sind die Paprika auf dem Balkon nicht so buschig geworden, wie die auf dem Acker. Oben im Vergleich, zwei Bilder von Ende Juni. Rechts sieht man die Paprikatöpfe vor den Tomaten.
Russische Paprikasorte "Macho" mit lila Früchten
Ende Juli hatten sich die wunderbar lilafarbenen Früchte der Paprika "Macho" an allen drei Pflanzen entwickelt. Sehen die nicht toll aus? Mehr Macho-Pflanzen sind aus den Samen leider nicht hervorgegangen. 
Buschtomate "Saschas Altaj" (vermutlich)
Auch die ersten Tomaten wurden Ende Juli reif. Leider bin ich mit der Beschilderung beim Einpflanzen etwas durcheinander gekommen, sodass ich nicht weiß, ob das oben die Buschtomate "Alaska" ist oder die "Saschas Altaj".
Paprika und Chili im Freiland Mitte August
Auf dem Acker haben Paprika und Chili etwas länger gebraucht. Seit Anfang August entwickelten sich hier die ersten Früchte - links die Paprika "Liebesapfel" und rechts die Chili, deren Namen ich leider gerade nicht parat habe. Sie ist relativ mild im Geschmack.
Paprikasorte "Liebesapfel" (links) und milde Chili (rechts)
Das haben wir nämlich heute ausprobiert. Inzwischen sind die ersten Chilis vom Acker und auch der "Liebesapfel" geerntet.
Früchte von Paprika "Macho" färben sich von lila zu kirschrot
Einige der lilafarbenen Paprika "Macho" vom Balkon haben wir ebenfalls schon gegessen. Jetzt lassen wir die verbliebenen Früchte aber noch kirschrot werden, denn erst dann soll man sie wohl ernten. Bald ist es aber soweit.
Tomate "Feuerwerk" mit Hitzeschäden
Die Tomate "Feuerwerk" ist wirklich unglaublich aromatisch. Leider aber hat sie sich als nicht sehr hitzeresistent erwiesen. Die Früchte haben viele Hitzeschäden. Und die Schale ist auch sehr dünn und platzt recht schnell - auch bei übermäßiger Sonneneinstrahlung. Wenn man die Schäden abschneidet, schmeckt die Tomate aber immer noch richtig lecker.
Tomatenpflanzen und -früchte mit Hitzeschäden
Insgesamt war es den Tomaten auf dem Balkon wohl doch etwas zu heiß - vor allem der Sorte "Feuerwerk". Die beiden Buschtomaten sind von ihren Früchten her eher mit der Hitze klar gekommen. Da ist kaum eine Frucht schlecht. Allerdings ist bei ihnen das Laub viel schneller vertrocknet. Sodass außer den Früchten, die wir bisher hatten, auch nichts mehr nachkommt.
Orange Paprikasorte "Flynn" auf dem Balkon und "Fritz" auf dem Acker
Gerne hätte ich den Tomatenanbau im Freiland auf dem Acker ausprobiert. Da war ich in diesem Jahr wohl leider zu spät dran. Die Tomaten, die auf den Nachbarparzellen bei den Ackerhelden wachsen sehen aber recht gut aus. 
Die Paprikapflanzen haben sich zwar optisch sehr unterschiedlich entwickelt und mit ihrem Wuchs an den heißen Sommer angepasst, die Ernte fällt mengenmäßig allerdings ähnlich aus - obwohl ich auf dem Balkon viel häufiger gewässert habe als auf dem Acker. Im Bild oben ist links die orange Paprikasorte "Flynn", die auf dem Balkon steht und reichlich Früchte trägt. Rechts auf dem Acker wächst die Sorte "Fritz", die noch noch rot werden muss, aber inzwischen ebenso viele Früchte trägt wie "Flynn" auf dem Balkon.

Freitag, 19. August 2022

Sommer auf der Fensterbank

Sommerliche Dekoration mit Maisblüten und Maisblättern
So ein bisschen Dekomaterial ist dann doch sogar beim Ackern abgefallen. Und damit habe ich die Fensterbank in der Küche sommerlich dekoriert. Als ich noch Dahlien im Garten hatte, konnte man die Flaschensammlung auf der Fensterbank im August wunderbar mit Blüten dekorieren. Doch in diesem Jahr habe ich passend zum Hitzesommer überwiegend getrockneten Blätter, Stängel und Samenstände verwendet.
getrocknete männliche Maisblüte im Weckglas
Die männlichen Blütenrispen der Maispflanzen sind schon auf unserem Acker getrocknet. Und auch die Blätter, die die Maiskolben umhüllt haben, trocknen schnell ein. Diese kann man bestimmt noch anders verwenden, aber ich habe sie hier einfach in ein kleines Glas neben die Maisrispe drapiert.
Flaschenvasen auf der Fensterbank mit verschiedenen Samenständen
Die Silberblätter stammen noch aus dem vorigen Jahr. Sie sind von meiner Tischdeko-Bastelei aus dem Januar übriggeblieben. Im Garten warten aber schon die nächsten Silberblätter-Samenstände.
Fensterbank-Dekoration von oben
Die zarten Samenstände der Kornblume habe ich hingegen nicht aus unserem Garten, sondern vom Acker mitgebracht. Dort wuchsen sie im Blühstreifen, um Insekten anzulocken.
Blick auf die Flaschensammlung und Wiesenbärenklau mit Filzperlen
Sehr schön passt auch der Wiesenbärenklau mit Filzperlen zu den getrockneten Samenständen von Kornblume und Allium.
Ringelblumensamen und Stockrosenblüten im Glas aufbewahren
In den kleinen Mini-Weckgläsern lassen sich prima getrocknete Samen sammeln. Hier habe ich links Ringelblumensamen vom Acker mitgenommen. Und rechts im Glas befinden sich getrocknete Stockrosenblüten, die man auch gut zum Dekorieren verwenden kann. Im vorigen Jahr habe ich die Stockrosenblüten zum Beispiel auf einem sommerlichen Kranz aus Gräsern verarbeitet.
getrocknete Tomatensamen und Disteln in der Vase
Damals hatte ich auch einige der blauen Disteln verwendet. Von denen haben wir in diesem Jahr sogar noch viel mehr im Garten als im vorigen Jahr. Allerdings habe ich den Zeitpunkt verpasst, sie zu ernten, als sie noch blau waren. Inzwischen kann man das Blau an den Stängeln und Blättern nur noch erahnen. 
Collage der sommerlichen Dekoration auf der Fensterbank

Zwischen all den Samenständen, Stängeln (die stammen vom Allium) und Blättern steht auch ein Sträußchen frische Petersilie. Auch diese stammt von unserem Acker. Die vier Pflanzen bescheren uns eine reiche Ernte. Wir haben schon den ganzen Sommer frische Petersilie und ich habe bereits eine große Menge für den Winter eingefroren. 

Sonntag, 14. August 2022

Hitze, Mäuse und Wespen: Ackerhelden-Herausforderungen im August

Ackerhelden-Acker im August
Es bleibt neben dem Ackern nicht viel Zeit für andere Blog-Themen. Also weder für Filz noch für Deko. Der Garten am Haus braucht ja zum Glück nicht so viel Pflege. Den Acker besuchen wir hingegen fast täglich. In diesem erneuten Hitzejahr braucht das Gemüse nämlich doch eher mehr Wasser als weniger. Auch wenn einer der Ackerhelden-Gartentipps lautet, dass die Pflanzen eine Art positiven Wasserstress benötigen und dass man lieber dreimal hacken statt einmal gießen soll. Ich finde, man muss dabei auch die unterschiedlichen Standortbedingungen im Blick behalten. Und Rheinhessen ist eine sehr trockene Gegend, mit eher sandigen Böden. Auf dem Acker ist der Boden zwar nicht ganz so sandig, wie bei uns im Garten. Beim Gießen verschlemmt aber die Oberfläche des Bodens sofort und bildet dann eine fest "verbackene" Schicht. Wir hacken deshalb wirklich viel, damit das Gießwasser in den Boden eindringen kann und nicht sofort in die Nachbarparzelle abfließt.
Gemüseernte Anfang August: Mais, Zucchini, Mangold, Zwiebeln, Bete
Die Ernte ist reichlich und auch damit habe ich viel zu tun, um alles zu verarbeiten. Neben Zucchini, Mangold, Gelber und Roter Bete gibt es inzwischen Kohlrabi, Zwiebeln und auch die ersten Buschbohnen.
Der Zuckermais ist Anfang August erntereif
Auch die ersten Zuckermaiskolben haben wir geerntet. Beim Vergleich der Maispflanzen mit denen aus den Nachbarparzellen wird deutlich, dass es manchmal doch hilfreich ist, wenn man etwas mehr gießt. Ich habe nämlich im Ackerhelden-Buch gelesen, dass Mais sehr durstig ist. Entsprechend habe ich mich hier nicht an den Tipp vom positiven Wasserstress gehalten. Und ich finde, unsere Maispflanzen sehen ganz gut aus und sie sind deutlich größer als in manch anderen Parzellen.
Zuckermaiskolben
Allerdings haben auch die Wespen schon entdeckt, dass die Maiskörner gut schmecken. Ich habe sie dabei beobachtet, wie sie oben in der Spitze die Maiskörner fressen.
Paprika und Chili im Freilandanbau
Auch eine der Paprikafrüchte hat Fraßspuren. So ganz allmählich färben sich die Früchte. 
Wirsing im August
Neben den Wespen, die übrigens auch gerne um den Wirsing (fressen sie auch hier die Blätter?) herumschwirren, haben sich inzwischen auch Rötelmäuse auf unserer Parzelle angesiedelt. Die Katze, die auf dem Bauernhof wohnt, hat das inzwischen wohl auch mitbekommen. Und sie hat Jagd auf die Mäuse gemacht. Allerdings war sie nicht sehr erfolgreich.
Katze auf Mäusejagd unterm Wirsing

Rötelmaus unterm Wirsing
Einige Tage, bevor uns die Katze besucht hat, haben wir die Maus, die sich unter dem Wirsing versteckt hat, auch schon entdeckt. Und leider waren drei von vier Wirsingpflanzen ziemlich abgefressen.
Mäuseschäden an Wirsing und Mangold
Ob das allerdings die Mäuse waren, weiß ich nicht. Mit ziemlicher Sicherheit sind sie aber Schuld daran, dass der Mangold eingeht, denn sie scheinen darunter zu wohnen. Sie haben richtige Erdhügel unter dem Mangold aufgehäuft und die Wurzeln untergraben, sodass einige Stauden eingegangen sind.
Ackerhelden-Acker Anfang August
Aber so ist das in der Natur: Auch die Tiere freuen sich über leckeres Gemüse. Und es ist ja Biogemüse. So lange sie uns noch etwas übrig lassen, soll es mir recht sein. Bisher kann ich mich ja wirklich nicht beschweren. Die Ernte ist bisher wirklich reichhaltig.
 

Sonntag, 17. Juli 2022

Selbstversorgung aus dem Garten: Ackerhelden-Acker im Juli

Ackerhelden-Acker Mitte Juli
Acht Wochen nach meinem ersten Post Mitte Mai sieht es nun so aus auf unserem Ackerhelden-Acker. Der Zuckermais ist schon fast so groß wie ich und spendet dem Mangold, der dahinter wächst, Schatten. Mangold haben wir wirklich viel - genauso wie Zucchini. Inzwischen ist die Salat-Saison fast vorüber, und wir essen schon seit Wochen abwechselnd Zucchini und Mangold. Noch wird es uns zum Glück nicht langweilig und ich merke, dass ich beim Einkaufen durchaus weniger Geld ausgebe als früher. Die Selbstversorgung aus dem Garten ist nicht nur gesünder, sondern auch kostengünstiger.
Zuckermais und Zucchini im Ackerhelden-Garten
Und damit auf dem Acker auch bis zum Herbst noch geerntet werden kann, habe ich auch schon einiges nachgesät. Allerdings war mein Plan, dort, wo die Reihen frei werden, weil der Salat geerntet ist, Grünkohl, Herbstrettich und Mairübchen für den Herbst nach zu säen, nur bedingt umsetzbar, denn die Salatköpfe wurden nicht alle auf einmal erntereif. Wir haben immer die größten Köpfe herausgenommen und natürlich wuchsen die nicht alle nebeneinander. Deshalb habe ich begonnen zwischen den Reihen nach zu säen - zunächst Karotten und Grünkohl. Das klappt ganz gut, denn noch ist der Grünkohl klein und bis er groß ist, sind die Salatköpfe geerntet.
Ackerhelden Blühstreifen aus Kornblumen und Ringelblumen
Längs des ganzen Ackers zieht sich der Blütenstreifen aus blauen Kornblumen und gelben Ringelblumen, der schon seit Wochen sehr schön blüht.
Ernte im Juli: Zucchini, Salat, Mangold und Rote Bete
Die meiste Arbeit macht jetzt im Juli aber gar nicht der Acker, obwohl man regelmäßig gießen muss - da es nun schon wieder seit Wochen so trocken ist. Nein, die meiste Arbeit hat man eigentlich damit, die Ernte zu verarbeiten. So viel Gemüse, wie wir zur Zeit essen, hatten wir sonst nie. 
Mangold im Juli im Ackerhelden-Garten
Zum Glück findet man Dank Internet jede Menge Rezeptideen, damit man nicht jeden Tag dasselbe essen muss. Ob Spaghetti mit Mangold-Soße, Basmatireis mit Mangoldgemüse in Kokosnusssoße, gefüllte Mangoldröllchen oder Pfannkuchen mit Mangoldgemüse - noch sind wir begeistert von dem prächtigen Blattgemüse, das man zumindest in Supermärkten kaum zu kaufen bekommt.

Zucchini-Ernte einmachen: Zucchini-Salat
Am allermeisten aber ernten wir Zucchini. Wir essen Zucchini-Risotto, türkische Zucchini-Küchlein, Spaghetti mit Zucchinisoße und gegrilltes Zucchini-Knoblauchgemüse. Außerdem habe ich jetzt schon jede Menge Zucchini für den Winter eingemacht - und zwar als Zucchini-Salat. Das Rezept habe ich auf dem Youtube-Kanal "Kalinkas Küche" entdeckt und ich kann es nur empfehlen - sowohl das Rezept als auch den Kanal. Da findet man so viele Rezeptideen. Zum Beispiel auch Rote-Bete-Brotaufstrich - und Rote Bete habe ich ja auch jede Menge.
Ackerhelden-Acker im Juli
Dass mit der Selbstversorgung aus dem Garten habe ich schon zu Studentenzeiten ausprobiert. Wir haben vor fast drei Jahrzehnten erstmals ein Stück Land gepachtet, das mit Obstbäumen bepflanzt war, einige Jahre später hatten wir dann einen Gemüseacker. Dann kam das zweite Kind und die gepachteten Gärten mussten wir aus zeitlichen Gründen wieder aufgegeben. Und Gemüse kann man ja auch eigentlich ganz gut kaufen - vor allem, wenn es so viele Bauernhöfe gibt, wie hier bei uns. Aber irgendwie komme ich immer wieder auf den Gemüseanbau zurück. Ein Luxus, den ich mir in diesem Jahr gegönnt habe, ohne zu ahnen, dass er sogar die Preissteigerung etwas abmildert.