Mittwoch, 18. Januar 2017

DIY - Hyazinthenzwiebeln umfilzen

 Ich habe mir einen wollig-weißen Winter auf die Küchenfensterbank geholt. Nach einem frostigen Start in den Januar gab es vor genau einer Woche den ersten Schnee. Bisher habe ich diesen immer auf dem Blog dokumentiert, doch diesmal hatte ich keine Gelegenheit, Fotos davon zu machen. Schade. Der Schnee blieb auch nicht lange liegen, doch es ist noch immer ziemlich frostig draußen. Diese winterliche Stimmung habe ich nachzuempfinden versucht, indem ich die ersten Frühlingsblüher, die es im Supermarkt zu kaufen gab, in dicke "Wollmäntel" verpackt habe: Hyazinthenzwiebeln in Filzschnüren.
 Aus weißer Schurwolle habe ich dicke Schüre gefilzt. Pro Hyazinthe benötigt man ungefähr eine Länge von 2,50 Metern. Damit die Hyazinthen umwickelt werden können, muss man sie zunächst vom Blumentopf und der Erde befreien. Die Wurzeln werden unter fließendem Wasser ausgewaschen. Mit einem Stück Alufolie wird dann die Zwiebel zu etwa zwei Dritteln eingepackt.
 Damit die Filzschnur gut hält, wird sie an einigen Stellen mittels Heißkleber an der Alufolie befestigt und dann wie bei einem Wollknoll um die Zwiebel herumgewickelt, sodass die Alufolie komplett verdeckt wird. Schon ist die Hyazinthenzwiebel im Wollmantel fertig.
 Besonders hübsch finde ich es, wenn man mehrere solcher ummantelter Frühlingsblüher an Fäden aufhängt. Ich habe gleich drei Hyazinthen in unterschiedlichen Längen ins Küchenfenster gehängt. Sie ergänzen sich wunderbar mit dem winterlichen Gesteck, das ich in der vorigen Woche gemacht habe. Inzwischen blühen die Hyazinthen, die ich dafür verwendet habe, nämlich weiß.
 Auch mein Filzobjekt passt hierzu perfekt. Es ist aus der gleichen Schurwolle gefilzt wie die dicken Schnüre. Und es harmoniert ebenfalls mit Hyazinthen. Damit diese nicht im Filzübertopf versinken, habe ich ihn zuerst mit zusammengeknäueltem Zeitungspapier ausgestopft und das dann mit etwas Alufolie abgedeckt. Dahinein wird ebenfalls eine Hyazinthenzwiebel gesetzt.
 Die Hyazinthen haben genug Kraft in ihren Zwiebeln, um auch ohne Erde aufzublühen. Das sieht man bereits an denen, die ich ins Moosgesteck eingepackt habe, denn auch hier wurde die Erde weitestgehend entfernt.

Ich bin ganz begeistert von meiner winterlichen Fensterdeko. Wer noch genauer wissen möchte, wie man diese macht, kann mein neues Video-Tutorial auf Youtube anschauen. Viel Spaß dabei!

Sonntag, 8. Januar 2017

Frische für die Fensterbank

 Die Tannen- und Kiefernzweige der Weihnachtsdekoration sahen nach sechs Wochen einfach nicht mehr schön aus. Ich brauchte unbedingt etwas Frisches auf der Küchenfensterbank. Eigentlich war mir schon vor Silvester danach, doch da gab es noch keine Frühlingsblüher zu kaufen. Anders als in Schweden gehören Hyazinthen bei uns eher nicht zur Adventsdekoration und so musste ich bis zum neuen Jahr warten.
Diese Woche gab es nun endlich Hyazinthen und da habe ich gleich noch im Gartencenter eine sukkulente Zimmerpflanze, eine Echeveria pelusida, als Kontrast dazu gekauft. Weil ich aus dem tiefgefrorenen Garten kein Moos holen konnte, habe ich außerdem auch etwas Plattenmoos gekauft. Das Moos wird mit der grünen Seite nach unten auf ein Tablett gelegt, um dann die Pflanzen darauf zu betten. Sie werden ins Moos eingepackt, indem die Seiten nach oben umgeschlagen werden. Jetzt befinden sich die Wurzeln in der erdigen Seite des Plattenmooses. Ein Kiefernzapfen mit der Spitze ins Moos gesteckt ist das Pendant zu der Rosette der Sukkulenten.
Von dem Apfelbaumschnittgut, das ich neulich auf dem Feld gefunden habe, kamen noch zwei kleine knorrige Zweige dazu und fertig ist die erste frühlingshafte Dekoration für die Fensterbank.

Dienstag, 3. Januar 2017

Frostiger Nebel

 Der Januar hat genauso frostig begonnen wie der Dezember geendet hat. Der Hochnebel ist an Bäumen und Sträuchern festgefroren und hat eine Raureif-Winterwunder-Landschaft gezaubert, die täglich schöner wurde. Gestern morgen fielen dann auch bei uns ein paar Schneeflocken. Leider konnte ich sie nicht fotografieren, da ich wieder arbeiten musste. Und abends war dann zumindest hier wieder alles weggeschmolzen. Hier kommen daher die Gartenbilder vom Neujahrstag:




Ich danke euch für die aufmunternden Kommentare zu meinem vorigen Post. Ich bin ganz gerührt. Wie ihr seht, habe ich nicht aufgehört zu bloggen. Und eigentlich schreibe ich ja vieles schon allein zur Erinnerung für mich selbst. Umso mehr freut es mich, dass ihr so gerne mitlest. In diesem Sinne: auf ein Neues!

Samstag, 31. Dezember 2016

So war mein Jahr - so wird es werden

 Der Januar 2016 hat nass und grau begonnen. Erst Mitte des Monats hatten wir mal ein ganz kleines bisschen Schnee - nur an einem einzigen Tag. Die wenigen Frosttage haben gerreicht, um die Maulbeerbäume zu schädigen. Ich habe mir den Frühling mit einem Winter-Gesteck und Tazetten ins Haus geholt und mich mit reichlicher Vitamin-Zufuhr gegenüber den Grippe-Viren gestärkt. Die haben mich dann im Februar doch erwischt - aber vielleicht ist mir auch meine Reise nach Sri Lanka nicht so gut bekommen, die ich Ende Januar gemacht habe.
 Im Februar war der kurze Winter auch schon wieder vorbei. Es hat gefühlt wochenlang geregnet - zumindest an jedem Wochenende - und im Garten standen sogar Pfützen. Immerhin gab mir das Zeit, um ein Video-Tutorial zum Filzen einer Smartphonehülle zu drehen. Aus den trockenen Blättern des Chinaschilfs habe ich einen schönen Strauß gebunden.
 Nass, kalt und windig begann auch der März. Der Sturm fegte jede Menge Zweige von den Bäumen und ich habe daraus gleich zwei Birkenkränze gewunden. Trotz der Kälte waren die Frühlingsblüher ganze zwei Wochen früher zu sehen, als in dem Jahr zuvor. Ende des Monats war Ostern und es gab Eier, die mit natürlichen Farben gefärbt wurden.
 Im April reiste ich nach England und besuchte unter anderem den Hampton Court Palace Garden bei London. Es regnete zum Glück nicht, war aber noch immer ziemlich kalt. Leider wurde deswegen die Fahrt nach Sissinghurst aus unserem Programm gestrichen - weil es nicht viel zu sehen gab. Zuhause im Garten gab es dagegen endlich den Frühling zu sehen. Passend dazu habe ich eine Kronendose für die Hornveilchen gebastelt.
 Die späten Tulpensorten blühten im Mai. Auch das pinkfarbene Geranium im Kiefernbeet hat seine schönste Zeit im Mai - wie natürlich auch die Iris, von denen ich hier gar kein Bild habe. Passend zum Muttertag - aber eigentlich für unser Gartenhäuschen - habe ich ein Herz aus Heu gebastelt. Und weil es immer noch recht frisch war, auch ein Minigewächshaus für meine Tagliliensämlinge.
 Im Juni reiste ich nach Holland und habe dort zufällig den alten botanischen Garten in Utrecht entdeckt. In Frankreich bin ich auf die Idee gekommen, verschiedene Rezepte mit der Apfelminze im Garten auszuprobieren. Es gab Minzbaiser, Minzkuchen und Minzlimonade. Im Garten blühten die Spornblumen und die Funkien recht üppig. Zumindest ihnen hat das feuchte Frühjahr gut gefallen.
 Im Juli wurde es endlich warm. Ich hatte Sommerferien und habe das Gartenhäuschen mal gründlich aufgehübscht - mit einem Lavendelkranz und einer Zapfenkette. Für die Gartenbeleuchtung habe ich Teelichtschalen aus Heu gebastelt und aus dem Salbei einen Salbeikranz.
 Im August hatte ich noch immer Urlaub - den ich getreu meinem neuen Blog-Low-Budget-Motto zu Hause verbracht habe. Ich hatte Zeit zum Filzen und habe die ersten Dahlien geschnitten.
 Der Sommer blieb uns auch im September treu. Noch bis Mitte des Monats gab es Temperaturen von 30 Grad. Wie es danach war, weiß ich nicht mehr so genau, denn ich reiste für eine Woche nach Israel und auch dort war es schön warm. Die Spornblumen sind übrigens sehr unermüdliche Stauden, die von Juni bis September blühen. Dennoch zeigte sich im September auch der Herbst: Die Hagebutten der Wildrosen wurden reif und auch etliche Staudensamen, die ich in selbst gemachten Tütchen sammelte.
 Die Kronendose vom April war im Oktober bereits ordentlich verrostet - genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Im Garten wurden ein paar Alpenveilchen gepflanzt und für die Herbstdeko habe ich aus Kastanien, Efeu und Beifuß einiges gebastelt.
Basteltipps gab es wie immer auch im November - für den Advent. Weil ich Anfang November in Japan war und mir jede Menge Washi-Tapes mitgebracht habe, gab es in diesem Jahr einen Adventskalender mit Washi-Tape-Aufklebern - natürlich selbst gemacht. Im Garten blühte die erste Christrose und ich habe zum ersten Mal einen Gartenpost vom Novembergarten gemacht.
Der Dezember begann ziemlich frostig, wurde dann bis Weihnachten etwas wärmer und endete an Silvester mit Frost und Raureif (leider gibt es davon keine Bilder). Für den Adventskalender habe ich verschiedene Süßigkeiten aus Karamell hergestellt. Haus und Garten wurden weihnachtlich geschmückt und ich hatte sogar noch die Zeit, eine DIY-Idee auszuprobieren, die ich im Netz entdeckt hatte: gewachste Amaryllis. 

In 2016 habe ich eher selten gefilzt, dafür habe ich meine alte Liebe für die Floristik wieder entdeckt. Hatte ich schon erzählt, dass ich mal eine Ausbildung zur Floristin gemacht habe? Vielleicht sollte ich meinen Blog umbenennen. Wie es in 2017 weitergehen wird? Ich weiß es noch nicht. Vermutlich werde ich weiter reisen und ich werde weiter gärtnern. Und wenn mir kreative Ideen kommen, werde ich auch diese umsetzen. Ob das als Inhalt für den Blog reicht, weiß ich auch noch nicht. Ich merke, ich bin ein wenig übersättigt von der ganzen Bloggerwelt. Und wenn ich das bin, sind das andere vermutlich auch. Wer soll das alles lesen? Wer will das alles wissen, was andere so machen? 

Mit diesen etwas trübsinnigen Gedanken zum Jahresende wünsche ich allen meinen Lesern ein wunderbares, friedliches und gesundes Neues Jahr.

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Attraktionen im Dezembergarten

 Ein letztes Mal in diesem Jahr habe ich ein Bild vom Balkon aus ins Terrassenbeet und in den Garten gemacht. So sieht er also aus, unser Dezembergarten. Gestern habe ich eine Reportage über die Wetterkapriolen in 2016 geschaut und mir ist klar geworden, wieviel Glück wir doch hatten. Das Frühjahr war erst zu warm, dann zu nass, aber solche Unwetter wie in vielen anderen Orten haben wir nicht erlebt. Mal wieder hieß es, dass es das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnung war. Wenigstens gab es immerhin ein wenig Frost im Dezember - so also auch heute.
 Schon seit November blüht die Christrose unter dem Quittenbaum. Die im Terrassenbeet scheint in diesem Jahr nicht blühen zu wollen.
 Unterm Fliederbaum kommen die Schneeglöckchen. Vor einem Jahr hatten sie um diese Zeit schon weiße Spitzen (nicht aus Schnee, sondern weil sie schon Blüten zeigten). Es ist also zumindest hier bei uns etwas kälter als im Dezember 2015.
 Recht trostlos schaut es im Beet unter der Schwarzkiefer aus. Nur die Alpenveilchen blühen unermüdlich - wie immer.
 Und wie in jedem Jahr haben wir einen Hundegast, der über Silvester bei uns bleiben wird. Ihm gefällt der Garten.
Beim morgendlichen Gassigehen habe ich entdeckt, dass die Bauern die Apfelbäume radikal geschnitten haben. Einige der knorrigen Zweige habe ich mitgenommen. Daraus werde ich demnächst ein frühlingshaftes Gesteck machen. Bis dahin habe ich die Zweige in der rostigen Dose auf dem Gartentisch deponiert.
 Als dann heute Mittag die Sonne raus kam, musste ich noch einmal Bilder im Garten machen. Da wirken die vertrockneten Samenstände des Sedums doch gleich viel schöner.
 Und die der Herbstanemonen erst.
 Besonders attraktiv fand ich sie im Gegenlicht.
 Da fällt mir auf, dass das trostlose Kiefernbeet doch etwas zu bieten hat: die Samenstände der Karden. Und im Laub unter der Quitte habe ich noch diese attraktiven Blätter entdeckt: die der Funkie.

Dienstag, 27. Dezember 2016

Nordische Weihnachten - Reisetipp Schweden

In diesem Jahr hatte ich das Vergnügen, und durfte in der Adventszeit beruflich nach Schweden reisen. Nebenbei habe ich mich auf die Spuren der Adventsdekoration durch das weihnachtliche Göteborg begeben. So habe ich frühmorgens das historische Stadtviertel Haga besucht. Dort ist mir aufgefallen, dass viele Läden und Schaufenster einfach nur mit grünen Zweigen dekoriert waren - ganz schlicht und ohne viel Schnickschnack.
 So standen vor etlichen Läden einfach nur grüne Tannenbäume.
 Hier ein Geschäft im Vintage-Look, wo man hübsche Dekoartikel kaufen konnte.

 Vor diesem Café waren Hyazinthen und Früchte in einer Holzkiste zusammen dekoriert. Das fand ich sehr hübsch.
 Ganz begeistert war ich auch von diesem Blumenladen.
 Auch hier gab es eine schlichte Mischung aus grünen Kränzen, Zweigen, Herzen und Winterblühern wie Hyazinthen, Amaryllis und Christrosen.

 Wir waren aber nicht nur in Göteborg, sondern ebenfalls auf den Schäreninseln, die rund eine Autostunde von der Stadt entfernt, an der Westküste von Schweden liegen. Auch hier gab es überall so schöne Weihnachtsdeko zu bewundern.
 In dem Hotel "Salt&Sill" in Klädesholmen waren wir, um zu lernen wie man Hering in köstlichen Soßen einlegt. Natürlich haben wir uns nicht nur die Küche angeschaut, sondern auch die weihnachtlich geschmückten Restaurants.
 Und wir durften die rot-weißen Süßigkeiten kosten. In Schweden sind die traditionellen Weihnachtsfarben ja Rot und Weiß.

 Beim Spaziergang durch den kleinen Ort Fiskebäckskil, der aus einem Astrid-Lindgren-Roman entsprungen zu sein scheint, konnte man in fast jedem Fenster einen Lichterbogen bewundern.

Mir hat das schlichte vorweihnachtliche Schweden sehr gut gefallen. Es gab natürlich auch Lichterketten und Glitzer - zum Beispiel im Freizeitpark Liseberg in Göteborg, der jedes Jahr in ein Winterwunderland verwandelt wird. Was aber ebenfalls ein schöner Tipp ist: das Weihnachtsbuffet. Dieses traditionelle Weihnachtsessen wird in vielen Restaurants und Hotels angeboten. Daran sollte man unbedingt einmal teilnehmen, wenn man eine Reise ins weihnachtliche Schweden plant. Mehr dazu könnt ihr gerne hier nachlesen.

Zu dieser Reise wurde ich von Visit Sweden eingeladen.