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Sonntag, 29. Oktober 2023

Gemüseanbau: Selbstversorgung im Oktober

Krumm gewachsene Möhren
Solche verrückte Möhren habe ich gestern geerntet. Auch, wenn einige Exemplare inzwischen extrem dick geworden sind, schmecken sie doch erstaunlich zart. Weil wir einige Tage krank waren und dann auch noch das Wetter ziemlich nass war, haben wir es noch nicht geschafft, alles zu ernten, was reif ist. Insbesondere Möhren gibt es noch etliche. Und man kann ja nicht jeden Tag Möhren essen. Jetzt haben wir noch eine Woche und dann ist das Ackerhelden-Jahr schon wieder vorüber. 
Ackerparzelle im Oktober
Im Vergleich zum vorigen Jahr sieht es ziemlich wild auf dem Acker aus. Bei dem vielen Regen ist auch das Unkraut ganz gut gewachsen - insbesondere auf den Nachbarparzellen, deren Besitzer schon das ganze Jahr alles haben wachsen lassen. Man kann sich seine Nachbarn halt nicht aussuchen.
Gemüse-Acker im Oktober mit Spinat und Roter Bete
Und manches ist auf den letzten Metern doch nichts geworden - zum Beispiel der Eisbergsalat, den wir im Sommer noch nachgepflanzt hatten. Den Spinat haben jetzt die Schnecken entdeckt aber es gibt noch genug für uns. Von der Roten Bete sind noch drei, vier Knollen in der Erde, und die sind inzwischen ebenfalls gigantisch groß geworden sind.
Sellerieknollen erntereif im Oktober
Richtig lange hat es gedauert, bis der Sellerie einigermaßen schöne Knollen gebildet hat. Ich hatte ihn im Mai zur selben Zeit wie die Tomaten gepflanzt. Und jetzt sind sie endlich erntereif - alle auf einmal. Im September hatte ich den Sellerie für die selbst gemachte Gemüsebrühe gebraucht, aber da war er noch winzig.
Selbstversorgung im Oktober Erntekiste mit Möhren, Spinat, Sellerie, Kürbis
Bis jetzt habe ich auf der 40 Quadratmeter großen Parzelle fast 160 Kilo Gemüse geerntet. Die Erntekiste ist auch gestern wieder gut voll geworden und noch immer sind einige Kilo Gemüse auf dem Acker.
 

Dienstag, 29. August 2023

Gemüseschwemme im August

Erntekiste mit Tomaten, Roter Bete, Mangold, Zwiebeln
Sechseinhalb Kilo Gemüse haben wir vorgestern geerntet. Dieser August ist ein prächtiger Gemüse-Monat. So wie er wettermäßig begonnen hat, so endet er auch - regnerisch und kühl. Und in der Mitte des Monats gab es zwei Hitzewochen. Da wächst und grünt es auf unserem Acker. Und ich komme mal wieder kaum mit dem Verarbeiten des Gemüses hinterher.
Ackerhelden-Acker Ende August
Im vorigen Jahr sah der Acker im August bei weitem nicht so grün aus wie jetzt. Sogar auf dem Nachbarfeld grünt es inzwischen wieder.
Blick auf die Ackerparzelle Ende August
Zwischen den Tomaten war fast kein Durchkommen mehr, so sehr sind die Pflanzen gewuchert. Ich habe sehr viele Zweige abgeschnitten, obwohl jede Menge Früchte dranhingen. Aber wir müssen ja irgendwie auch hinter die Tomaten kommen. Und außerdem sollen ja erst einmal die vielen Früchte reif werden, die bereits dick sind. Da sollen die Pflanzen ihre Kraft hierfür verwenden und nicht immer neue Triebe bilden.
Tomaten auf der Ackerhelden-Parzelle im August
Wie gut in den vergangenen vier Wochen alles gewachsen ist, sieht man gut auf dem Bild unten: Das Foto auf der linken Seite habe ich Ende Juli gemacht, das rechte ist von vorgestern.
Ackerhelden-Parzelle Vergleich Juli und August
Sogar der Spitzkohl, der im Juni wirklich mickrig war, hat sich wunderbar entwickelt. Eigentlich könnten wir auch ihn schon ernten, aber ich muss mir erst einmal überlegen, wie ich ihn zubereiten könnte. So viel Spitzkohl auf einmal kann man ja nicht essen.
Spitzkohl und Mangold Ende August
Zwischen Spitzkohl und Mangold habe ich Schwarzen Rettich ausgesät. Und dort, wo wir die ersten Kartoffeln geerntet haben - davon gibt es leider kein Bild - wächst jetzt Spinat. Auch in diesem August sind übrigens die Wühlmäuse zurückgekommen, die im vorigen Jahr so einiges an Gemüse zerstört haben. Bisher haben sie allerdings nur einige Zwiebeln und Bohnen auf dem Gewissen und die Kürbispflanzen haben sie untergraben. Nachdem sie den ersten Kürbis angefressen hatten, habe ich alle übrigen mit heimgenommen, von daher halten sich die Verluste in Grenzen.
Spitzkohl Ende August

 Ich finde, dieses Bild macht besonders deutlich, wie sehr sich der Acker innerhalb von fast vier Monaten verändert hat, seit wir die Parzelle Anfang Mai übernommen haben.

Sonntag, 30. Juli 2023

Gemüseanbau: Sommer mit Regen

Ackerhelden: Mangoldernte im Juli
Man kann es sich kaum vorstellen, aber während es in den vergangenen Wochen in ganz Südeuropa eine Hitzewelle gab, hat es hier tagelang geregnet. Und während es im vorigen Jahr im Juli knochentrocken und heiß war, konnte ich heute nur in Gummistiefeln auf den Acker, um etwas Mangold fürs morgige Mittagessen zu ernten - so matschig war es dort. 
Ackerhelden: Zwiebeln und Möhren
Der Regen ist natürlich ein Segen für das Gemüse - hier im Vordergrund die Zwiebeln und Möhren, dahinter frisch gesäter Kopfsalat und weitere Buschbohnen. Und ich bin froh, dass es geregnet hat. Allerdings ist schon wieder für die ganze nächste Woche Regen angesagt und da haben wir heute die Regenlücke mal schnell ausgenutzt, um ein bisschen was zu ernten - nämlich Mangold, Kohlrabi, den letzten Rest der Bohnen aus den ersten beiden Reihen und ein paar Tomaten, die leider schon überreif und aufgeplatzt waren. Auch die gelbe Fleischtomate "Heart of Gold" kam in die Erntekiste - für ein köstliches Abendessen.
Gemüse im Juli: Lauch, Mangold, Kürbis
Vor einer Woche waren die Fleischtomaten noch eher grün (siehe unten). Und jetzt war sie schon fast überreif - obwohl sie diese Woche nicht wirklich viel Sonne abbekommen hat.
Gelbe Fleischtomate und rote Stab-Tomaten
Letzten Sonntag war es noch heiß und sehr stürmisch. Der Wind hat das Plakat der "Ackerhelden" umgeweht - und dort liegt es noch immer (auf den Kartoffeln unserer Nachbarparzelle).
Ackerhelden Blick auf den Acker im Juli
Die Tomatenstöcke wurden arg vom Sturm hin- und hergeschaukelt, sodass wir sie zu Sicherheit mit weiteren Stäben befestigt haben. 
Tomatenanbau im Freiland Ende Juli
Am Freitag konnten wir es nach dem tagelangen Regen dann nicht mehr aushalten, und mussten unbedingt nachschauen, ob die Tomaten noch stehen. Sie standen zum Glück noch alle, und von den Früchten waren inzwischen schon ganz schön viele reif geworden. 
Ackerhelden Erntekiste mit Tomaten Ende Juli
Und auch Bohnen und Zucchini sowie Rote Bete gab es reichlich. Ich muss mir die Ernte immer ein bisschen so einteilen, dass ich den größten Teil am Wochenende mitnehme, damit ich die Sachen weiterverarbeiten kann.
Blick auf die Ackerparzelle Ende Juli
An diesem Wochenende habe ich Bohnen eingefroren, Zucchinisalat eingekocht und ein fantastisches Mittagessen mit Roter Bete, Lachs und Meerrettichschmand gekocht. Für die kommenden Tage habe ich noch frisches Gemüse und dann schauen wir mal, wie es nach einer weiteren Regenwoche am kommenden Wochenende auf dem Acker aussieht.
Ackerhelden-Acker Ende Juli

 

Sonntag, 9. Juli 2023

Juli-Hitze auf dem Acker

Ackerhelden-Acker Anfang Juli
Drei Wochen sind seit dem vorigen Post vergangen. Das Getreide auf dem Feld neben dem Acker ist inzwischen reif geworden. Abgesehen von einzelnen Gewittern hat es seit Mitte Mai nicht mehr richtig geregnet. Und auch gestern Abend, als wir zum Gießen auf dem Acker waren, bahnte sich gerade ein Gewitter an. Das Regenwasser, das dann runterkommt, fließt auf dem knochentrockenen Boden meist einfach nur ab und durchfeuchtet die Erde kaum. An diesem Wochenende war es wieder so heiß, dass man am besten abends gießt, denn so ohne Schatten ist es in der Hitze kaum auszuhalten.
Ackerhelden Blühstreifen aus Ringelblumen und Kornblumen
Die Ringelblumen und Kornblumen beginnen schon damit, ihre Samen auszubilden. Ich habe den Eindruck, sie verblühen diesmal schneller, als im vorigen Jahr, obwohl es auch da schon ein sehr heißer und trockener Sommer war. Aber immerhin leuchten sie noch in einem langen gelben und blauen Streifen am Rande der Ackerparzelle. Und noch bieten sie Nahrung für jede Menge Hummeln und Bienen.
Tomatenpflanzen auf der Ackerhelden-Parzelle Anfang Juli
Der Weg zwischen den Tomaten ist ganz schön schmal geworden, was man auf diesem Bild gar nicht so richtig sieht. Wir haben allerdings jedes Mal Mühe, mit den schweren Gießkannen hindurchzukommen, ohne einen Zweig abzuknicken.
Tomaten im Freilandanbau Anfang Juli
Die Pflanzen hängen auch schon voller Früchte, von denen die ersten so langsam rot werden. Wir haben sechs verschiedene Sorten - drei Cocktailtomaten, eine gelbe Fleischtomate (das ist die unten rechts) und zwei rote Tomaten von normaler Fruchtgröße.
Erntefrisches Gemüse im Juli: Mangold, Bohnen, Zucchini und Gurken
Gestern habe ich die ersten Buschbohnen geerntet, und heute hatten wir sie zum Mittagessen. Auch Mangold und Zucchini haben wir schon gegessen. Und die ersten Zucchinis habe ich gestern als leckeren Salat für den Winter eingemacht
Freiland-Gurke Liefje Anfang Juli
Außerdem habe ich die ersten Freilandgurken sauer eingelegt, damit wir auch im Winter noch etwas davon haben. Sie schmecken aber auch gut, wenn man sie frisch geerntet als Snack isst.
Einlegegurke Liefje Anfang Juli
Im vorigen Jahr hatten wir um diese Zeit schon sehr viel mehr Zucchini und Mangold geerntet und außerdem Kohlrabi. Der Kohlrabi wird in diesem Jahr wohl nichts werden. Mit viel Glück können wir zwei Stück ernten. Ich habe keine Ahnung, warum sich die Knollen nicht so richtig ausbilden wollen. Und auch die Petersilie, von der ich im letzten Jahr so viel eingefroren habe, kümmert. Vier von sieben Pflanzen sind einfach eingegangen, obwohl wir sie genauso regelmäßig gegossen haben, wie die übrigen drei Pflanzen. Und auch an diesen bilden sich immer mehr gelbe Blätter.
Ackerhelden-Acker und Gemüse Anfang Juli
Dafür werden wir wohl einige Kürbisse ernten. Und auch die Rote Bete wächst ganz tapfer. Am meisten aber freue ich mich auf die Tomaten. Ich bin eigentlich ganz froh, dass wir Tomaten jetzt auf dem Acker ziehen können. Im vorigen Jahr habe ich es mit dem Anbau in Töpfen auf dem Balkon probiert und das hat doch sehr viel Wasser verbraucht. Natürlich brauchen die Tomaten auf dem Acker auch Wasser, aber sie können ihre Wurzeln tief in die Erde strecken, während die Töpfe voriges Jahr ständig ausgetrocknet waren.
 

Samstag, 17. Juni 2023

Hacken und gießen: Sinn oder Unsinn?

Ackerheldenfeld Mitte Juni
Wie schnell dann doch alles wächst, sobald es mal warm geworden ist. Obwohl das ja eigentlich untertrieben ist. Es ist ja nun schon seit Wochen warm - oder besser gesagt sommerlich heiß. Und seit Wochen hat es hier nicht geregnet - außer einem Gewitter vor etwa zwei Wochen. 
Ackerhelden: Ackerparzellen Mitte Juni
Wir sind fast jeden Tag auf dem Acker, um zu gießen, Kartoffelkäfer abzusammeln und um zu hacken. Es ist laut den "Ackerhelden" enorm wichtig, den Boden durch regelmäßiges Hacken offen zu halten: "So kann die Erde durch die vergrößerte Oberfläche und die gewonnene Durchlässigkeit besonders viel Feuchtigkeit aufnehmen, wenn nachts die Luft abkühlt und ihre Feuchtigkeit in Form von Tau an die Umgebung abgibt." Zudem verdunstet weniger Wasser aus dem Boden, wenn man den Boden auflockert. Und auch das Gießwasser kann besser versickern. Wenn man nicht hackt, läuft es auf der knochentrockenen Oberfläche einfach weiter in die nächste Parzelle. 

Acker im Juni: Kartoffeln, Zwiebeln und Möhren
Unsere Parzellen-Nachbarn rechts und links scheinen nicht so viel vom Hacken zu halten. Bei ihnen ist das Unkraut inzwischen zum Teil höher als die Gemüsepflanzen.
Ackerhelden: Kartoffelkäferlarvenbefall
Und leider hat zumindest der eine Nachbar auch kein Interesse daran, was die Kartoffelkäfer bei ihm anrichten. Massenweise Kartoffelkäferlarven haben sich auf seinen Pflanzen ausgebreitet und teilweise sind die Pflanzen schon sehr stark abgefressen. Wir haben ein bisschen Sorge, dass sie dann irgendwann zu uns kommen, wenn sie nichts mehr zu fressen finden. Von daher sammeln wir teilweise auch die Kartoffelkäferlarven vom Nachbarn ab. Das ist aber eigentlich sehr ärgerlich, weil es zeitraubend ist. Und irgendwie ist es auch schade, dass die Pflanzen eingehen - auch deshalb, weil sie fast nie gegossen werden und so langsam das Unkraut überhand nimmt. Vielleicht hat der Nachbar das Ackern aufgegeben und kommt gar nicht mehr. Aber das erfährt man leider nicht - was ebenfalls schade ist. Wenn es so ist, hätte ich nämlich vielleicht die Parzelle übernommen. 
Ackerhelden: Mangold im Juni
Wir gießen bei dem trockenen Wetter jetzt fast täglich - obwohl man das ja eigentlich nicht soll. Bei den "Ackerhelden" gibt es dazu folgende Info: "Gießt man die Pflanzen zu oft, haben Sie keinen Anreiz, ein kräftiges und möglichst tiefreichendes Wurzelsystem auszubilden, um vorhandene Bodenressourcen zu erschließen. Die Folge: die Pflanzen wurzeln nur oberflächlich. Sie sind dadurch in Trockenperioden deutlich weniger widerstandsfähig und können außerdem weniger Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen, was das Wachstum behindern und anfälliger für Krankheiten machen kann."

Ich bin mir aber nicht sicher, ob das wirklich stimmt. In den Nachbarparzellen, wo selten gegossen wird, sind die Gemüsepflanzen deutlich kleiner als bei uns. Das kann man ganz direkt beim Vergleich des Mangolds sehen. Aber auch die Zwiebeln, Zucchini und Kürbisse sehen bei uns viel kräftiger aus. Es scheint nicht, dass sie im Wachstum behindert sind, sondern sie wachsen gerade gut. 

Ackerhelden: Parzelle mit Tomaten und Gurken
Wir haben diese Strategie auch schon im vorigen heißen Sommer angewendet. Und da ist zum Beispiel auch der Mais sehr gut gewachsen. Ich hatte gelesen, dass Mais sehr viel Wasser benötigt und entsprechend haben wir ihn viel gegossen. Bei anderen ist er hingegen eingegangen.

Und weil auch Tomaten und Gurken recht durstig sind, bekommen auch sie viel zu trinken. Die Gurken sind schon üppig gewachsen im Vergleich zu Anfang Juni

Ackerhelden: Kürbis, Tomaten und Zucchini im Juni
Ebenso die Zucchinis, von denen ich heute die ersten Früchte geerntet habe. Noch riesiger sind die Kürbisse - und sie haben auch kaum noch gelbe Blätter. Und auch an den Tomaten entwickeln sich die ersten Früchte. Salat essen wir ja bereits seit Anfang Juni jeden Tag.
Ackerhelden: Zucchini mit Blattlausbefall
Aber nicht alles läuft rund. Außer den Kartoffelkäfern gibt es jetzt auch wieder jede Menge Blattläuse. Vor allem die Zucchinis und Kürbisse sind davon befallen. Im letzten Jahr waren Spinat, rote Bete und Mangold stark betroffen. Ich habe gegoogelt und gefunden, dass überdüngte und kränkelnde Pflanzen, die am falschen Platz stehen, gerne von Blattläusen befallen werden. Die Kürbisse habe ich tatsächlich mit Bio-Meeresalgendünger gedüngt, weil ich anfangs dachte, die gelben Blätter würden auf Mineralstoffmangel deuten. Die Zucchinis haben allerdings keinen Dünger erhalten.
Ackerhelden: Acker Mitte Juni mit Ringelblumen
Was auch nicht gut wächst, sind Spitzkohl und Kohlrabi. Während im vergangenen Jahr Ende Juni die ersten Kohlrabi schon erntereif waren, geht jetzt eine Pflanze nach der anderen ein. Dafür sehen die Bohnen aber inzwischen vielversprechend aus. Es ist anscheinend jedes Jahr eine Überraschung, was gut funktioniert und was nicht.
 

Sonntag, 4. Juni 2023

Kartoffelkäfer und Kälte: Ackerhelden-Herausforderungen Anfang Juni

Ackerhelden: Gemüseanbau mit Tomaten Anfang Juni
Es sind erst drei Wochen vergangen, seit ich die ersten Bilder vom damals doch etwas trostlos braunen Acker mit den ganzen Jungpflanzen gezeigt habe. Inzwischen ist es dort schon etwas grüner geworden. Besonders schön ist der Blühstreifen mit Phacelia (Bienenweide) an der Längsseite des Ackerstreifens. Ich bilde mir allerdings ein, dass im vorigen Jahr alles viel schneller gewachsen ist. Aber vielleicht täuscht das auch.
Ackerhelden: Ackerparzellen Anfang Juni
Fast jeder der Ackerparzellen-Besitzer hat inzwischen Tomaten gepflanzt - was man an den vielen Spiralstäben sehen kann.
Gemüseanbau: Gurken Anfang Juni
Die Gurkenpflanzen, die sofort nach dem Pflanzen eingegangen sind, habe ich durch neue ersetzt, die ich vor einer Woche gepflanzt habe. Vermutlich war es für die ersten Gurken Mitte Mai doch noch etwas zu kalt - auch wenn es keine Nachtfröste mehr gab. Doch auch, wenn es jetzt schon wieder eine ganze Weile nicht geregnet hat - nämlich seit ich die Tomaten und Gurken am 12. Mai ausgepflanzt habe - ist es nachts noch immer häufig unter 10 Grad. Zudem weht oft ein ziemlich kühler Wind aus Nord-Ost.
Kälteschaden? Die Kürbispflanzen haben gelbe Blätter
Ich vermute inzwischen, dass auch die Kürbispflanzen einen Kälteschaden haben. Zwei der drei Pflanzen haben nämlich diese gelben Blätter gebildet. Man sieht sie auch an etlichen Kürbissen in den Nachbarparzellen. Anfangs dachte ich, es handelt sich um Nährstoffmangel, doch auch eine mehrmalige Düngung hat nichts gebracht. 
Ackerhelden: Kartoffeln und Kartoffelkäfer Anfang Juni
Doch wir haben nicht nur Kälteschäden: Auch mit Schädlingen haben wir zur kämpfen. Kaum waren die ersten Blätter der Kartoffeln zu sehen, gab es auch schon Kartoffelkäfer. Wir kontrollieren daher nun fast täglich die Pflanzen nach Eiablagen und entfernen diese. Außerdem sammeln wir die Käfer ab, und auch die müssen leider "entsorgt" werden, damit sie sich nicht weiter verbreiten. Zum Glück haben wir nur so etwa 20 Pflanzen, da ist das Absammeln noch überschaubar.
Salat mit Insektenschutznetz schützen
Schäden gab es auch am Salat. Von einem Tag auf den anderen waren etliche Blätter an jedem Romanasalat angefressen - ich vermute von Vögeln. Denn ich habe schon im vorigen Jahr einige Tauben beobachtet, die über den Acker spaziert sind und die jungen Blattspitzen von Kohlrabi und Rote Bete abgepickt haben. Es würde mich nicht wundern, wenn die das waren, denn die Tauben waren auch neulich wieder da und sind ganz ungeniert neben uns über den Acker spaziert - auf der Suche nach Futter. Um den Salat zu retten, haben wir doch noch schnell ein Insektenschutznetz gekauft und die Pflanzen damit abgedeckt. Wenigstens ist er seit dem nicht kleiner geworden - so wie bei den Nachbarn ohne Netz.
Ackerhelden: Zwiebeln und Möhren Anfang Juni
Die Zwiebeln und Möhren haben bisher noch keine Schädlinge, was mich wundert: Sind doch der Spitzkohl und Kohlrabi schon ziemlich von Erdflöhen und anderen Viechern heimgesucht worden. Ich bin gespannt, ob die überhaupt noch etwas werden. Vom Dill mussten wir uns jedenfalls jetzt schon verabschieden, denn der ist trotz gießen innerhalb weniger Tage komplett vertrocknet und eingegangen. Da haben wir jetzt immerhin Platz für noch mehr Bohnen.
Ackerhelden: Gemüseanbau Anfang Juni Mangold und Bohnen
Einige Buschbohnen habe ich gleich Anfang Mai bei der Übernahme des Ackers ausgesät, ebenso die Möhren. Da werde ich heute noch einmal auf den frei gewordenen Plätzen nachsäen.
Ackerhelden: Im Juni blüht die erste Kornblume

 Die Kornblumen, die schon so schön am Eingang zu unserer Parzelle blühen, haben sich im vergangenen Jahr selbst ausgesät. Denn die neu gepflanzten Korn- und Ringelblumen sind noch nicht so weit. Bisher ist das Ackern trotz der Schädlinge noch ganz entspannt. Das wird sich ändern, sobald es mit der Ernte losgeht. Doch das ist ja auch das Ziel der ganzen Arbeit. Ich bin jedenfalls in diesem Jahr besser darauf vorbereitet - zumindest mental. 

Samstag, 13. Mai 2023

Ackerhelden: Auch in diesem Jahr wird Gemüse selbst angebaut

Ackerhelden-Acker in Mainz im Mai
Ich habe es wieder getan: Auch in diesem Jahr bin ich bei den Ackerhelden dabei und baue mir mein Gemüse selbst an. Obwohl es sehr viel Arbeit war, hat es mir im vorigen Jahr so viel Spaß gemacht, zu ackern, dass ich gleich im November auch für dieses Jahr wieder eine Parzelle gebucht habe. Ich hatte Glück, beziehungsweise mein Wunsch wurde erfüllt und ich habe genau dieselbe wie beim ersten Mal bekommen. Mehr als 100 kg Gemüse habe ich auf dem schmalen Streifen von 2 mal 20 Metern geerntet. Dazu noch jede Menge Salat, Kohlrabi, Chili und Petersilie, die ich nicht gewogen habe.
Eingang zu den Ackerhelden-Parzellen
Mal schauen, wie es in diesem Jahr wird. Vor einer Woche haben wir die mit verschiedenen Bio-Gemüsesorten bepflanzte Parzelle übernommen. Während es letztes Jahr gleich im Mai sehr sonnig und trocken war, hat es in dieser ersten Woche fast nur geregnet. Das ist ja eigentlich ganz gut, denn dann muss man nicht gießen, allerdings konnte ich auch nicht die Tomaten auspflanzen, die ich bestellt hatte. 
Ackerheldenparzelle von 2 mal 20 Metern
In diesem Jahr wurde die Parzelle von der anderen Seite her bepflanzt. Ungefähr dort, wo im vorigen Jahr Petersilie und Mangold wuchsen, stehen jetzt Kohlrabi und Spitzkohl. 
Ackerhelden Mietgärten im Mai mit Tomatenpflanzen
Und am Eingang, wo letztes Jahr Kohlrabi, Brokkoli, Spitzkohl und Wirsing standen, habe ich in diesem Jahr Tomaten gesetzt. Denn in diesem Jahr war auf dieser Seite der Parzelle Platz für eigene Reihen.
Ackerhelden Mietgärten im Mai mit Salat, Mangold und Kartoffeln
Auch die Pflanzenauswahl ist nicht ganz dieselbe. Zwar haben wir auch wieder verschiedene Salate, Kohlrabi, Zwiebeln, Rote Bete, Mangold und Petersilie. Darüber hinaus wurden in diesem Jahr auch vier Reihen Kartoffeln gesetzt, es gibt Lauch, Dill und Kürbis. Dafür fehlen Mais, Gelbe Bete und Spinat. Das macht aber nichts, denn zumindest Spinat kann man ganz gut im Sommer noch aussäen, wenn die Salate geerntet und die Reihen frei geworden sind.
Ackerhelden-Vorbepflanzung Kürbis und Zucchini
Sehr enttäuscht war ich über die Zucchinipflanzen (oben im Bild rechts). Weil im vorigen Jahr bei der Bepflanzung ein Fehler passiert war, hatten wir damals anstatt jeweils drei Kürbis- und drei Zucchinipflanzen, sechs Zucchini und keinen Kürbis gehabt. Wir hatten deshalb extrem viele Zucchinis. In diesem Jahr hat die Vorbepflanzung besser geklappt, denn immerhin der Kürbis (oben im Bild links) sieht ganz normal aus. Die drei Zucchinipflanzen hingegen sind ein Trauerspiel. Und leider gab es auch keine Ersatzpflanzen mehr.
Ackerparzelle im Mai mit Zucchini und Kürbis
Weil ich mich  aber schon so auf Zucchini gefreut habe, habe ich heute morgen noch schnell zwei Bio-Zucchinipflanzen im Gartencenter gekauft. Man darf nur bio-zertifiziertes Gemüse auf den Acker pflanzen aber leider gab es beim Demeter-Onlinehandel keine Zucchini mehr. Da muss es eben jetzt mal mit den Bioland-Pflanzen von Dehner gehen. Jetzt, wo ich sie gepflanzt habe, sehe ich, dass ich am besten auch die dritte Zucchini noch durch eine neue ausgetauscht hätte. Ich hoffe, die kleine mickrige Pflanze in der Mitte kriegt noch die Kurve und erholt sich.
Freilandgurken im Mai
Und ich hoffe auch, dass sich die beiden Gurkenpflanzen, die ich gestern gepflanzt habe, wieder erholen. Die stammen von einer Demetergärtnerei und sahen gestern eigentlich noch ganz gut aus. Als ich aber eben auf den Acker kam, um die miserablen Zucchini auszutauschen, waren zwei von drei Freilandgurken ganz schlapp. Ich fürchte fast, sie wurden unter der Erde irgendwie abgefressen, denn eigentlich war der Boden gestern feucht genug. Zur Sicherheit habe ich eben noch einmal ordentlich gegossen, obwohl es eigentlich sogar gewittert und dabei geregnet hat, als ich auf dem Acker war.
Ackerhelden Mietgärten in Mainz im Mai

 Es ist also auch in diesem Jahr wieder spannend. Das Wetter ist bis jetzt schon mal ganz anders. Wenn es so feucht und kühl bleibt, wie bisher, wird es mit den Tomaten im Freiland ohne Dach bestimmt schwierig. Aber auch im vorigen Jahr hat nicht alles geklappt. Der Sprossenbrokkoli zum Beispiel ist überhaupt nichts geworden. Und die meisten Kohlsorten wurden uns von Mäusen abgefressen. Am Ende vom Sommer hatten die kleinen Tiere auch den Mangold untergraben, sodass dieser eingegangen ist. Ich hoffe doch sehr, dass nicht jetzt schon die Mäuse ihre "Hände im Spiel" haben. Und ich bin gespannt, was in diesem Ackerhelden-Jahr gelingen wird und was nicht.