Im vergangenen Herbst hatte ich einige Zapfenloops, also Drahtringe aus Zapfen für die Adventszeit gestaltet. Schon den ganzen Sommer über hatte ich vor, aus den Drahtringen eine sommerliche Gestaltung zu machen - und sie mit Trockenblumen zu dekorieren. Nun ist der Sommer schon fast vorüber, und ich habe jetzt erst endlich den Kranz mit Trockenblumen fertig. In meinem Video oben zeige ich, wie ich die Gestaltung gemacht habe.
Ich habe aber auch noch ein paar Fotos gemacht, die ich heute zeigen will.
Vor einigen Wochen gab es im Supermarkt verschiedene eingefärbte Trockenblumen und Gräser. Diese bilden die Basis meines Materials. Außerdem habe ich noch einige Gräser auf dem Feld gesammelt und zwei verschiedene Blumensorten aus einem Blumenstrauß verwendet, die gut eintrocknen - nämlich blauen Meerlavendel, auch Strandflieder genannt, und "Jungfer im Grünen" (Nigella).
Um die Blumen befestigen zu können, wird zunächst eine Juteschnur mehrfach um den Ring gewickelt. Diese Bespannung ähnelt ein wenig einem Webrahmen. Und so wie beim Weben werden nun auch die einzelnen Stängel durch die Jutefäden gewebt.
Da die Bespannung viel enger ist, als bei einem Webrahmen, schafft man es nicht immer, die Stängel immer abwechselnd über und unter jeden Faden zu stecken. Das macht aber auch nichts. Hauptsache man wechselt bei jedem Stängel jeweils "das Drüber und Drunter", wenn ihr versteht, was ich meine.
Außerdem habe ich auch die Höhe der Blüten abgewechselt: Manche habe ich bis zur Mitte durchgezogen, andere habe ich länger gelassen und sie ragen über den Drahtring hinaus.
Nur fürs Foto habe ich den Trockenblumenloop an den Sichtschutz auf der Terrasse gehängt. Eigentlich hängt der Kranz im trockenen Wohnzimmer, denn das feuchte Wetter würde den Blüten doch irgendwann schaden.
Ich würde mich übrigens freuen, wenn ihr auf meinem Youtube-Kanal Petunias Vlog vorbeischaut. Da gibt es noch mehr DIY-Ideen zu sehen.
Ganz in der Nähe von unserem Ackerhelden-Acker gibt es ein Blumenfeld zum Selbstschneiden. Dort werden ganz verschiedene Sorten angepflanzt. Die Tulpen und Pfingstrosen habe ich leider verpasst. Zur Lilienblüte bin ich nun aber doch endlich dazu gekommen, mir einige Stiele zu schneiden. Frischer kann man Schnittblumen ja kaum bekommen. Noch dazu ist es viel nachhaltiger, die Blumen vom heimischen Feld zu schneiden als aus dem Ausland importierte zu kaufen. Der größte Teil der im Handel erhältlichen Schnittblumen wird nämlich importiert - zum Teil aus weit entfernten Ländern wie Kenia oder Ecuador. Und meistens werden die Blumen dort mit hohem Pestizideinsatz angebaut.
Die Schnittblumen vom Feld sind auch nicht wirklich teuer. Eine Lilie kostet 1,20 Euro. Messer und Bindematerial gibt es bei der Kasse. Bezahlen kann man mit Bargeld, aber auch per Paypal über einen QR-Code an der Kasse, was ich sehr praktisch finde, wenn man gerade kein Bargeld dabei hat.
Die Lilien auf dem Feld blühen in ganz verschiedenen Farben und es war gar nicht so leicht, sich zu entscheiden, welche Farbe am schönsten ist. Damit sie in der Vase noch eine Weile halten, habe ich solche ausgewählt, die noch nicht so ganz aufgeblüht waren. So schön sie auf dem Feld auch aussehen, aber voll aufgeblühte Lilien halten nicht mehr lange in der Vase.
Am besten soll man die Lilien schneiden, wenn an der größten Blüteknospe die Farbe schon zu erkennen ist. Ich habe mich nach langem Überlegen für orange Lilien entschieden - auch deshalb, weil an diesen Stielen noch etliche Knospen nicht aufgeblüht waren.
Zu Hause ist mir leider eine der Blütenknospen abgebrochen. Ich habe diese mit einem farblich passenden Wollfaden umwickelt und an der Glasvase befestigt.
Da ich nur vier Blütenstiele gekauft habe, habe ich mich dafür entschieden, diese ganz eng zu binden. Dazu werden alle Blätter von den Stängeln entfernt und die Stiele habe ich mit der gleichen Wolle umwickelt, wie die abgebrochene Blütenknospe. Die Samenstände des Zierlauchs machen sich ganz nett dazu in der kleinen Tonvase.
Sehr hübsch wäre bestimmt auch ein üppiger Strauß mit vielen verschiedenen Farben in der Vase. Dann würde ich die Blätter oberhalb des Vasenrandes auch dran lassen. Ich fürchte nur, inzwischen ist das Lilienfeld schon weitgehend verblüht. Als nächstes kommen die Sonnenblumen und ich bin auch schon gespannt, ob es Dahlien gibt. Seit ich diese selbst nicht mehr im Garten habe, halte ich gerne danach Ausschau.
Ein solches Prachtstaudenbeet, wie ich im Hermannshof bewundert habe, gelingt nur mit einigem Pflegeaufwand. Eine wichtige Voraussetzung ist Sonne. Dann sollte auch der Boden nährstoffreich sein und es muss ordentlich gewässert werden. Vor allem in den vergangenen heißen Wochen, kamen mir wieder Zweifel daran, ob ein Prachtstaudenbeet wirklich so geeignet ist, denn die Sommer scheinen ja immer trockener zu werden. Aber ich hatte schon im Frühjahr damit begonnen, das Inselbeet, in dem ich bisher nur Dahlien angepflanzt hatte, in ein gelbes Beet zu verwandeln. Der Sonnenbraut (oben) scheint es dort zu gefallen - sie blüht schon seit Juni.
Und während die Mädchenaugen inzwischen bereits verblüht sind, hat der Sonnenhut (Rudbeckia fulgida) bis jetzt auf sich warten lassen. Doch nun ist es soweit und auch er zeigt sich von seiner schönen Seite. Gekauft hatte ich den Sonnenhut (unten) vor allem auch, weil er angeblich gegen Schneckenfraß resistent sein soll. Außderdem ist er eine Bienenweide.
Neben der orangefarbenen Sonnenbraut habe ich auch eine hellgelb blühende gepflanzt. Auch diese gelbe Sonnenbraut (unten) blüht erst seit wenigen Tagen.
Und weil der Blütenflor doch noch etwas spärlich ist, habe ich ein weiteres Mädchenauge (Coreopsis grandiflora) im Topf zwischen die Stauden gesetzt.
Denn auch, wenn die Pflanzen trotz aktueller Hitzwelle immer genügend Wasser bekommen, so mangelt es ihnen doch an Sonne. Die Schwarzkiefer in unserem Garten ist sehr dominant, was bei dieser Sommerhitze auch sehr angenehm ist. Aber es gibt eben auch sehr viel Schatten. Aber Prachtstauden wollen eben Sonne.
Genauso wie die Dahlien. Von den drei Sorten Pompon-Dahlien, die ich mal hatte, ist nur noch die rote übrig geblieben. Sie ist neben den gelben und orangefarbenen Prachtstauden eindeutig das Highlight im Inselbeet.
Ganz zufällig sind auch noch einige Sonnenblumen gewachsen - die müssen sich mit dem Vogelfutter im Winter angesiedelt haben. Doch auch sie sind klein geblieben. Zu wenig Sonne, zu viel Hitze.
Sehr viel besser haben sich dagegen die Staudensonnenblumen (Helianthus decapetalus "Capenoch Star") entwickelt. Sie blühen neben dem Bambus (in Töpfen) im Sonnenbeet vor dem Gartenhäuschen. Das ist eindeutig der bessere Sonnenstandort.
Und dort gibt es jetzt jede Menge Futter für die Bienen.
Ein gelbes Beet geht für viele Hobbygärtner ja gar nicht. Dass gelbe Stauden aber durchaus wunderschön aussehen können, habe ich im vorigen Jahr bei einem Besuch im Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof in Weinheim erlebt. Bei meiner Besichtigung Anfang August standen die nordamerikanischen Prachtstauden gerade in voller Blüte.
Sonnenbraut, Mädchenauge und Sonnenauge leuchten um die Wette - was für eine Pracht! Zwischen den Stauden, die in Gruppen gepflanzt sind, wachsen verschiedene hohe Gräser wie Rutenhirse, Bartgras und Diamantgras.
Das Farbspektrum umfasst alle Töne von Gelb über Orange bis Rot und Braun. Ein Hingucker ist zum Beispiel diese rotbraun blühende Sonnenbraut.
Wer also im Juli/August etwas Blühendes im Garten haben möchte, kann es mit nordamerikanischen Prachtstauden probieren - die bringen den Garten zum Leuchten.
Und wer dennoch so gar nichts mit Gelb anfangen kann, der findet vielleicht Anregungen im roten Hochstaudenbeet.
Im Hermannshof gibt es auch hierzu Pflanzkombinationen mit Kandelaberehrenpreis, Monarden, Phlox, Purpurdost und vielen mehr.
In den Beeten des Schau- und Sichtungsgartens sind Pflanzengesellschaften miteinander kombiniert, die am gleichen Standort optimal gedeihen. Die die gleichen Ansprüche an Sonne, Nährstoffe und Wasser haben. Während also die nordamerikanischen Prachtstauden im Hochsommer blühen und nährstoffreichen Boden mögen, blühen die Stauden der Salbei-Schafgarbenpflanzung (Bild oben) im Frühsommer auf trockenem Boden.
Für seine standortgerechten Pflanzungen im sogenannten "New German Style" ist der Hermannshof in der Fachwelt bekannt und wurde 2015 mit dem europäischen Gartenpreis ausgezeichnet. Neben den Prachtstaudenbeeten, die jetzt im Sommer blühen, gibt es auch die Lebensräume Gehölz, Gehölzrand, Wasser und Steinanlagen mit entsprechenden Pflanzen, die sich dort wohlfühlen. Der Hermannshof bietet also eine Fülle an Inspiration für den eigenen Garten.
Mich haben die gelben Border jedenfalls davon überzeugt, es doch auch einmal mit Gelb im Garten zu probieren.
Hier sieht man noch einmal das gelbe "Nordamerika-Beet" und das gegenüberliegende rote Hochstaudenbeet.
Die meisten Pflanzen in meinem Garten lasse ich an Ort und Stelle blühen. Nur von den Dahlien schneide ich Sträuße, da sie zum einen sehr viele Blüten tragen. Zum anderen bilden sich noch mehr neue Blüten, wenn man ab und zu welche abschneidet. Wichtig für eine reiche Blüte ist es auch, die verblühten Stengel rauszuschneiden, damit die Pflanze nicht alle Kraft in die Samenbildung lenkt, anstatt in die Blüte. Das gilt natürlich für alle Blumen. Bei manchen lassen wir die verblühten Teile jedoch extra stehen, damit sich die Pflanze im Garten aussät.
Aus Spanien habe ich mir im vorigen Jahr eine hübsche dunkelblaue Wasserflasche mitgebracht. Die ergibt einen tollen Kontrast zu den knalligen Farben der Dahlien. Inzwischen kann ich drei verschiedene Farben "ernten".
Wenn ich mit der Schere die verblühten Teile abschneide, finde ich hin und wieder auch abgeknickte Blüten. Die kommen dann in diese kleine Vase auf dem Gartentisch.
Im Juli ist Lavendelzeit. Und weil der Lavendel im Vorgarten schon seit einigen Tagen am Verblühen ist, habe ich schnell noch ein paar Stängel geerntet, um einen sommerlichen Türkranz aus Heu und Lavendel zu binden.
Als Grundlage für diesen hübschen blauen Lavendelkranz kann man einen Strohrömer im Bastelgeschäft kaufen. Man kann aber auch selbst einen herstellen und ihn aus Heu und Draht wickeln. Da ich noch immer eine Menge Heu übrig hatte, das als Verpackungsmaterial einem Staudenpaket beigefügt war (ich habe davon schon mehrfach berichtet), habe ich selbst einen Kranz gewickelt. Das Heu habe ich mit dem feinen Golddraht um bündelweise um einen Drahtring gewickelt.
Auch die Lavendelblüten wickelt man am besten als kleine Bündel auf die Heukranzunterlage. Dazu werden von den Lavendelblütenstielen zunächst alle Blätter entfernt - falls welche dran sind - und jeweils vier bis fünf Blüten zu kleinen Sträußen zusammengelegt. Die Stiele habe ich etwas gekürzt.
Als nächstes legt man diese Sträußchen nun immer im Wechsel mit einigen Heubüscheln auf die Kranzunterlage. Zum Binden habe ich goldenen Wickeldraht verwendet, damit man den Draht auf dem hellen Heu nicht so sieht.
Indem die Heubüschel abwechselnd zwischen die Lavendelsträußchen gewickelt werden, wirkt der Kranz am Ende luftig und locker, da die Halme ziemlich wirr in alle Richtungen überstehen.
Aber das Schönste an dem Kranz ist, dass der Lavendelkranz so wunderbar duftet - nach Sommer, Trockenheit und flirrender Hitze. Also passend zum derzeitigen Wetter. So kann man den Sommer wunderbar konservieren.
Und an die Tür vom Gartenhaus passt er auch ganz gut. Zum Aufhängen schlingt man einfach einige Bastfäden um den Kranz und verknotet sie an einem Ende. Der Farbton vom Bast passt perfekt zum Heu und den Lavendelblüten - was will man mehr?
Ich bin ganz erstaunt, wie früh die Dahlien immer blühen. Weil sie bis in den Oktober hinein Blüten tragen, verbinde ich sie irgendwie gedanklich mit dem Herbst. Dabei ist doch erst Juli.
Immerhin ist es mir gelungen, ihnen in diesem Jahr mal ein Stützgerüst zu geben. Daran hatte ich bisher nie gedacht - mit dem Ergebnis, dass die pinkfarbene Dahlie immer über den Boden kroch.
Für die Stützen habe ich die Halme des Chinaschilfs verwendet, die ich im Frühjahr beim Zurückschneiden aufbewahrt habe. Gleich mit den Dahlienknollen habe ich im Mai eine Art Zaun um das Beet gebastelt. Inzwischen sieht man davon so gut wie nichts mehr. Ich habe sogar noch einige Querverstrebungen mit Wickeldraht eingefügt, damit die Blumen einen besseren Halt haben.
Weil sie dieses Jahr nicht kriechen müssen, ist mir zum ersten Mal aufgefallen, wie hoch die pinkfarbene Sorte wächst. Ich konnte sogar schon Blüten für die Vase schneiden.
Auch den Malven gefällt es ganz gut im Dahlienbeet. Sie gehören zu den Pflanzen, die ganz gerne durch den Garten wandern, wenn man sie nur ihren Samen ausbilden lässt.
Gleiches gilt für die Stockrosen.
Und auch für den Ackerrittersporn (unten rechts) und die Kronen-Lichtnelke (Silene coronaria) - unten links. Die wächst dort am besten, wo sie sich selbst ein Plätzchen gesucht hat.
Zum Beispiel neben dem Steppensalbei (Salvia nemerosa) im Terrassenbeet. Sie kommt aber auch an anderen Stellen im Garten und wird dort im nächsten Jahr dann blühen, denn es handelt sich bei der Kronen-Lichtnelke um eine zweijährige Pflanze.
Genau dort, wo ich sie im vorigen Jahr hingepflanzt hatte, blüht dagegen die Taglilie (Hemerocallis).
Und auch die Duftnesseln (Agastache rugosa) sowie die Indianernesseln (Monarda fistulosa "Beauty of Cobham"). Eigentlich sollte die Monarda ja rosa-farben aussehen, aber meine blühen rot. Vielleicht wurden sie im Gartencenter falsch beschriftet.
Ich finde sie trotzdem ganz hübsch. Ach ja, im Juli blühen natürlich auch die Funkien - zumindest die kleinwüchsige "Blue Mouseear". Einige Sorten haben ihre Blütezeit schon hinter sich, andere treiben gerade erst Blüten.
Insgesamt sind bei mir im Juligarten die Farben Rot und Blau in verschiedenen Varianten vorherrschend. Und bei euch?