An meinem letzten Urlaubswochenende habe ich mal einige alte Kränze auseinandergenommen. Ich kann ja nichts wegwerfen - zumindest nichts, was ich noch einmal umarbeiten könnte. Deshalb wurde aus dem Papierkranz, der im Wohnzimmer an der Wand hing, ein neuer sommerlicher Kranz mit getrockneten Blüten, Gräsern und Schilf.Die Kranzbasis, den Strohrömer, konnte ich tatsächlich noch einmal verwenden, nachdem ich alle Papierfiltertüten und auch das eingetrocknete Moos entfernt hatte. Für die sommerliche Kranzvariante habe ich eine Handvoll Chinaschilfblätter Stück für Stück und dicht an dicht um den Strohkranz gewickelt.Auf der Unterseite des Kranzes wird jedes Blatt mit einem Stück Draht befestigt. Erst am nächsten Tag konnte ich weitermachen und da waren die Blätter schon etwas eingetrocknet. Der Unterbau aus Stroh war an einigen Stellen zu sehen, aber das gefällt mir ganz gut, denn es passt zum Sommer und dem Rest der Deko auf der Kranzoberseite.Diese habe ich mit einem Ring aus einem dicken Alu-Draht verziert, der mit einer Kordel umwickelt wird. So wird zum einen das "Thema" der Wickelung noch einmal wiederholt: gewickelte Blätter und gewickelte Kordel. Zum anderen passt die Kordel ganz gut zum Stroh.Der Kordelring dient als Untergrund, um die getrockneten sommerlichen Blüten und Gräser zu befestigen.Einige grüne Ähren der Mäuse-Gerste ließen sich ganz einfach unter den Kordelring stecken. Die getrockneten Malven- und Stockrosenblüten habe ich mit Heißkleber aufgeklebt. Sie bringen ein bisschen violette Farbe in den Kranz. Genauso wie die zartblauen Blüten der Disteln. Und auch die Schneckenhäuser vom alten Papierkranz ließen sich noch einmal verwenden. Obwohl es ja in diesem nasskalten Sommer reichlich neue Schneckenhäuser gibt... Die winzige Schnecke auf der Mäuse-Gerste ist übrigens von selbst dorthin gekrabbelt.Und weil alle "Zutaten" so gut eintrocknen, kann der Kranz natürlich auch wieder im Wohnzimmer hängen - und nicht, wie hier fürs Foto an der Pergola auf der Terrasse. Einen ganz anderen Sommerkranz habe ich vor zwei Jahren gemacht. Ich habe ihn hier noch mal verlinkt.
Die Christrose (Helleborus niger), die hier schon im Garten war, als wir diesen 2011 übernommen haben, hat zuletzt 2016 geblüht. Ich dachte schon, das wird nichts mehr mit ihr. Sie litt unter der Schwarzfleckenkrankheit und ich habe einige Winter all ihre Blätter abgeschnitten und entsorgt, in der Hoffnung, dass sich die Pilzkrankheit so beheben lässt. Immerhin: In diesem Jahr sind noch keine schwarzen Flecken auf den Blättern zu sehen und es gibt wenigstens zwei Blüten.
Die Christrose wächst hier im hinteren, schattigen Teil des Gartens - hinter dem Quittenbaum.
Gleich daneben hatte ich im vorigen Jahr ein Silberblatt gepflanzt. Das hat sehr hübsch geblüht und im Herbst sind etliche neue Pflanzen aus den Samen aufgegangen. Das Silberblatt ist zweijährig und blüht immer erst im zweiten Jahr.
Die meisten der Schötchen habe ich ja zu einem Kranz verarbeitet. Die wenigen, die noch an der Pflanze hängen, sind auch im Januar ganz grazil. Ob sich aber die Silberblätter im Garten etablieren, bleibt abzuwarten.
Bei den Schneeglöckchen habe ich ja auch einiges versucht, damit sie sich in der Schattenecke ausbreiten. Ich habe etliche Töpfe Schneeglöckchenpflanzen im Laufe der Jahre gekauft und neben diesen Horst gesetzt, aber irgendwie sind sie nach einiger Zeit alle nicht mehr wiedergekommen.
Allein der dicke Tuff Schneeglöckchen unter dem Fliederbaum kommt jedes Jahr - wird aber auch nicht breiter. Ich traue mich allerdings auch nicht, ihn auszugraben, zu teilen und wieder einzupflanzen, weil ich Angst habe, dass ein Teil dann auch nicht mehr wiederkommt. Hier mal ein Vergleich von diesem zu vorigem Jahr.
Die Euphorbie, die oben rechts im Bild von 2019 zu sehen ist, hat inzwischen einen Platz im Garten bekommen und sieht ganz vielversprechend aus.
Nicht ganz so optimal hat sich die Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus) entwickelt. Sie blüht zwar auch gerade, ist aber eher ein mickriges Pflänzchen. Wir hatten sie im vergangenen Frühjahr gepflanzt.
Die Samenstände der Stockrosen sind auch im Winter strukturgebend. Sie bestimmen fast das ganze Jahr über das Bild in unserem Garten.
Am Gartenhäuschen hängt noch immer der Kranz aus Frauenmantel. Ich muss ihn mal entsorgen - bin irgendwie in der Adventszeit gar nicht dazugekommen, den Pflanztisch aufzuräumen und zu dekorieren.
Bisher ist der Januar recht zahm - es gibt weder Schnee noch richtig viel Eis. Aber in den vergangenen Jahren war das auch nicht viel anders. Da kam die Kälte meist erst im Februar. Ich bin gespannt.
Vor zwei Jahren dachte ich ja, dass wir ein Jahr haben, in dem die Stockrosen besonders gut wachsen. In diesem Jahr sind sie aber tatsächlich noch üppiger - und sie blühen in vielen Farben. Ursprünglich haben wir im Herbst 2012 eine weiße und eine dunkelrote Sorte in den Garten gepflanzt. Die haben sich seitdem prächtig vermehrt und an vielen Stellen selbst ausgesät. Die Stockrosen blühen von Juli bis Oktober. Sie sind leider etwas anfällig für Malvenrost, einen Pilz, der die Pflanze befällt, wenn sie zu feucht werden und zu eng stehen.
Aber davon kann ja bei den trockenen Sommern, die wir immer häufiger haben, keine Rede mehr sein. Vielleicht bekommt ihnen das ja ganz gut. Wenn sie von Malvenrost befallen werden, sehen die Blätter allerdings gar nicht mehr schön aus. Dann hilft nur noch ein Pilzmittel oder man besprüht die Blätter mit einer wässrigen Seifenlauge.
Das sind vermutlich die beiden ursprünglichen Sorten: die weiße (oben) und die rote mit gelbem Blütengrund (unten).
Es gibt inzwischen aber auch diese wunderschöne lachsfarbene, etliche pinkfarbene und sogar eine gelbe Sorte.
Weil Stockrosen so eine schöne Fernwirkung haben, hat sie übrigens der erste Guerilla-Gärtner in der Schweiz verwendet, um damit in den 80er-Jahren Baumscheiben an Straßen zu verschönern. Damals war urbanes Gärtnern noch unbekannt - und Guerilla-Guardening sogar strafbar. Maurice Maggi hat die Stockrosen ausgewählt, weil die Malvengewächse nicht wie Unkraut wirken. Er habe sie ausgesät und dann geschaut, ob sie von den Stadtgärtnern gejätet wurden, hat er mir mal erzählt. Die Stadtgärtner ließen die Stockrosen stehen und so nach und nach wurde das Bepflanzen der Baumscheiben ein Trend in Zürich, den auch andere nachmachten.
In unserem Garten sind Stockrosen schon lange ein Trend. 2013 haben sie zum ersten Mal geblüht, und in diesem Jahr erfreuen sie uns also zum siebten Mal und noch dazu sind sie größer wie nie zuvor.
Die ersten Quitten sind geerntet. Ich habe allerdings erst mal nur so viele Früchte vom Baum gepflückt, wie ich zum Marmelade kochen gebraucht habe. Und weil ich nur zwei Päckchen Gelierzucker im Haus hatte, hängen die meisten also noch am Baum.
Am allerbesten ist eigentlich der Duft der Früchte. Da man sie nicht unverarbeitet genießen kann, bleibt einem nicht viel übrig als Marmelade oder Gelee herzustellen. Zum Glück mag ich das besonders gerne. Im Gegensatz zu Quittenbrot - das ist nicht so mein Ding.
Unser kleiner, schräg gewachsener Quittenbaum hat in diesem Jahr ganz schön an seiner Last zu tragen. Die recht dünnen Zweige hängen zum Teil bis zum Boden.
Hier in der Schattenecke unter Quitte und Flieder hat unsere Hausamsel momentan ein Lieblingsplätzchen gefunden. Sie badet täglich mehrmals in dem flachen Blumenuntersetzer und frisst einen halben Apfel nach dem anderen.
Wobei sie nichts von den Äpfeln bekommt, die an unserem winzigen Apfelbaum hängen. Das sind nämlich nur zwei Stück.
Wir haben vor einigen Wochen noch einmal umgeplant und den Sonnenhut sowie die bereits verblühten Sonnenbräute in das Beet vor der Garagenmauer gesetzt. Das bekommt doch mehr Sonne ab als das Dahlienbeet, wo wir die Stauden zuerst hingepflanzt hatten.
Durch den ungewöhnlich langen Sommer, der uns auch jetzt im Oktober noch Temperaturen von über 20 Grad beschert, haben die Stockrosen begonnen, ein zweites Mal zu blühen.
Das hat mich daran erinnert, dass ich ja bereits im August die ersten Samen der Stockrosen geerntet habe. Damals waren noch die Feuerwanzen an den Samenkapseln zugange und haben daran gesaugt. Die Wanzen sind inzwischen verschwunden - es gab ja doch bereits einige kalte Nächte.
Aus einem hübschen DIN-A-4-Briefumschlag, der mir mit einer Bestellung von einem Online-Shop zugesandt worden war, habe ich einige Samentütchen für die Stockrosensamen gebastelt.
Wie das geht, habe ich ja schon einmal hier erklärt.
Falls jemand gerne ein solches Samentütchen mit weißen oder rosafarbenen Stockrosensamen hätte, bitte in den Kommentaren oder per Mail bei mir melden. Ich gebe gerne welche ab.