Freitag, 23. Oktober 2015

Kompost und andere Gartenarbeiten im Oktober

"Bei Ihnen blüht es ja noch so schön", sagte gestern eine ältere Dame, die an unserem Garten vorbeikam, als ich gerade damit beschäftigt war, die Kiefernnadeln von Rasen und Beeten zu klauben. Sie meinte vermutlich die Dahlien, die inmitten des Rasens noch immer Blüte um Blüte ansetzen. Noch kann ich mich nicht dazu entschließen, die Knollen auszugraben und einzukellern. Es wäre doch zu schade um die vielen Blüten. Ansonsten ist es allerdings vorbei mit der Blütenpracht. Nur vereinzelt findet man hie und da noch Blühendes. Zum Beispiel die Kapuzinerkresse am Gartenhäuschen. Sie hat leider nur wenige Blüten hervorgebracht.
Im Terrassenbeet blüht allerdings noch das Sedum - und in der Betonschale eine Chrysantheme, die ich geschenkt bekam. Ursprünglich war sie weiß, doch plötzlich werden ihre Blüten rosafarben.
Herbstanemonen hatten wir in diesem Jahr nur wenige - vermutlich, weil ich das Beet im vorigen Herbst komplett umgekrempelt habe, da sind einige der Herbstanemonen auf der Strecke geblieben. Aber ich bin zuversichtlich, dass sie sich wieder vermehren werden. Ein Geranium Rozanne trotzt dem Herbst noch mit zwei, drei Blüten und auch die rote Spornblume zeigt noch einmal, was sie kann - ebenso die Duftnesseln. Die Physalis, die ich im vorigen Jahr als Schnäppchen gekauft habe, hat im Schatten zwischen Maulbeerbaum und Hortensie nur einen Zweig mit Früchten entwickelt. Ich hoffe darauf, dass auch sie sich ausbreitet. Vom früheren Garten habe ich sie als sehr invasiv im Gedächtnis.
 In dieser Woche habe ich mich mal daran gemacht, den Kompost zu verteilen. Einen Kompost richtig anzulegen, scheint ja eine richtige Wissenschaft zu sein. Wir haben es uns bisher leicht gemacht und sammeln jeweils auf einem Haufen alle Garten- und Gemüseabfälle, die in der Küche anfallen - jedoch nichts Gekochtes. Weil Kaffeesatz so beliebt bei Regenwümern ist, wandert dieser in großen Mengen auf den Kompost. Wenn eine Kompostkiste voll ist, lassen wir diese ruhen, bis das Material verrottet ist und befüllen solange die andere Kiste. Bisher konnte ich jeweils im Herbst und Frühjahr eine Kiste leeren und den Kompost auf die Beete bringen. Nur in diesem Frühjahr hat das nicht geklappt. Irgendwie war das Material im März noch nicht richtig verrottet. Und auch jetzt - nach einem weiteren halben Jahr - bin ich mit der Rotte in dieser Kiste nicht zufrieden. Der entstandene Humus hat gerade mal gereicht, um das Terrassenbeet zu füllen. Dabei hätte jedes Beet in unserem Garten Humus dringend nötig. Nur in der Mitte der Kiste war ordentlich Humus entstanden. Am Rand war das Material trocken und nicht zersetzt. Vielleicht hätten wir es besser zerkleinern sollen, vielleicht wäre im heißen Sommer etwas mehr Wasser gut gewesen.
 Jetzt habe ich in beiden Kisten das halbverrottete Material mit frischen Gartenabfällen gemischt und hoffe darauf, dass Regenwürmer und Mikroorganismen über den Winter fleissig arbeiten und ich im nächsten Frühjahr wieder etwas mehr Kompost verteilen kann.
 Außerdem sind auch in diesem Herbst wieder einige Tulpenzwiebeln in die Erde gewandert. Ich habe mich für die späten Sorten "Queen of night" und "Negrita" entschieden. Beide blühen ab Mai in einem dunklen Violett. Bin schon jetzt gespannt.

Kommentare:

  1. Mit dem Kompost ist es so ein Sache, denn der will gepflegt werden wie es so schön heisst. Ich mache keinen mehr, denn die kleine Menge die dabei immer nur rauskam langte gerade mal für ein Beet und das war mir dann doch zu wenig. In unserm kleinen Garten hab ich halt auch keinen Platz für mehrere Kästen, jetzt wird alles was gehäckselt wird mitsamt dem Laub das nun anfällt gleich in den Beeten verteilt.
    Hast du denn keine Astern die jetzt noch blühen würden? Bei mir ist der Garten noch kunterbunt, allerdings werde ich nächste Woche zur Schere greifen und dann ist die Pracht vorbei.....


    LG Lis

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    1. Liebe Lis, das mit dem Häckseln und Mulchen ist auch eine gute Idee. Das machen wir teilweise auch noch. WeDa wir momentan Platz für zwei Kompostkisten haben, nutzen wir diese allerdings auch. Macht ja keine Arbeit.

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  2. Wir rühren den Kompost immer mal um, weil zum Umsetzen der Platz fehlt. Es dauert schon 1,5 Jahre, bis man ganz feinen Kompost sieben kann. Dann füllen wir ihn in Säcke und benutzen ihn, wenn wir ihn brauchen. Heute soll es ja sehr schön werden, ich warte auf 10 Grad, dann flitze ich raus und fange an zu krauten!

    Sigrun

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    1. Liebe Sigrun, umrühren tue ich auch. Nur habe ich keine Lust 1,5 Jahre zu warten. Bei uns kommt der Kompost nicht ganz so fein aufs Beet. Aber ich denke, die Bodenlebewesen im Beet schaffen den Rest auch noch.

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  3. Bei uns dauert es auch länger und ich verteile ihn nach 1,5-2 Jahren im Frühjahr, praktisch als Dünger.
    Hier blühen die Rosen immer noch und eine weiße Herbstaster fängt gerade mal an, falls es nicht noch frostiger wird und sie es dann vielleicht dieses Jahr nicht mehr schafft. Die ersten Stauden sind mir heute allerdings unter die Schere gekommen und ich hoffe nächste Woche schaffe ich den Rest.
    GlG Christina

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  4. Liebe Christina, vermutlich ist der Kompost wirklich besser je länger er reifen kann. Ich nehme allerdings schon den Teil, der schon gut zersetzt ist. Was noch nicht verrottet ist, wandert wieder zurück auf den Haufen und darf weiter verrotten.
    LG Ute

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  5. Also ich muss der älteren Dame Recht geben, Dein Garten ist für diese Jahreszeit wirklich noch sehr schön und bunt. Nun wird es wahrscheinlich schnell gehen und auch die letzten Blüten werden verschwinden.

    lg kathrin

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