Sonntag, 6. Februar 2022

Zeit für Gartenbücher - Garten umgestalten

Blick in den Garten im Februar

Jedes Jahr im Winter überlegen wir uns aufs Neue, dass wir den Garten eigentlich mal umgestalten müssten. Die trockenen Sommer haben die Erkenntnis gebracht, dass wir künftig lieber auf Pflanzen setzen sollten, die mit Hitze und Trockenheit gut zurecht kommen. Und gerne soll der Garten auch noch pflegeleicht sein. Ich habe zwar nichts gegen Unkraut jäten und empfinde Gartenarbeit als heilsame Unterbrechung des Tages, doch allzu viel Zeit bleibt zwischen arbeiten und spielen mit den Enkeln nicht.

Und es gibt auch noch jede Menge Ecken, die eine Umgestaltung ganz gut vertragen könnten - zum Beispiel der verwilderte Vorgarten.

Blick in den verwilderten Vorgarten
Da kam mir das Praxisbuch Gartengestaltung, das mir der DK-Verlag freundlicherweise zur Rezension angeboten hat, gerade recht.

Das Buch ist ein Ratgeber für alle, die ihren Garten neu anlegen oder auch nur umgestalten wollen. „Ein gelungener Garten sollte vor allem den Wünschen seiner Besitzer gerecht werden und Räume und Blicke öffnen, die der Seele guttun“, schreibt die Autorin und Gartendesignerin Gabriela Pape.

Garten mit großen Bäumen

Das mit den Wünschen seiner Besitzer ist nicht so ganz einfach. Wir müssen mit den riesigen Bäumen leben, die hier schon seit Jahrzehnten wachsen und die den Garten verschatten. Besonders viel Arbeit mussten wir in die abgestorbene Hecke stecken, die eine Katastrophe war, als wir hier einzogen. Das Problem: Wenn man nicht viel Geld investieren will, weil man den Garten vermutlich nicht ewig besitzt, ist die Umgestaltung schwierig.

Abgestorbene Wachholder-Hecke vorher und nachher

Mit der Hecke ist es uns ganz gut gelungen. Da wir aber auch noch den seitlichen Garten haben, der sehr stiefmütterlich behandelt wurde – auch von uns – könnte so ein bisschen Neugestaltung nicht schaden.

Es gibt im Ratgeber zunächst einen Fragebogen für die konkrete Planung, was der Garten alles leisten sollte: Da wird zum Beispiel die Frage nach wichtigen vorhandenen Elementen gestellt, die zu erhalten sind. Und die gibt es auch bei uns: Die große Schwarzkiefer, die den Garten verschattet. Aber auch die beiden Gartenhäuschen, die eigentlich ganz praktisch sind, um Gartengeräte unterzustellen.

Blick auf Gartenhäuschen von oben

Und wofür soll der Garten eigentlich genutzt werden? Über diese Frage habe ich mir tatsächlich noch nie so richtig Gedanken gemacht. Ich hätte gerne einen schönen Ausblick zu jeder Jahreszeit, vielleicht auch ein bisschen Obst und Gemüse. Das mit dem Gemüse wird schwierig, wenn man nicht ein Fleckchen hat, wo mindestens sechs Stunden lang die Sonne scheint, lerne ich im Ratgeber.

Wichtig bei der Gestaltung ist es, den Garten erst einmal zu vermessen. Und dabei helfen Fotos, die man von verschiedenen Standorten aus machen kann.

Blick von der hinteren Grundstücksecke
Zum Beispiel auch von der hinteren Grundstücksecke in Richtung Haus.
Praxisbuch Gartengestaltung Blick ins Buch

Ein sogenanntes Moodboard – eine Collage aus Gartenbildern, Detailaufnahmen und Materialien  kann helfen seinen Stil zu finden. Das Praxisbuch Gartengestaltung ermuntert dazu, sich über die eigenen Vorstellungen klarzuwerden. Es gibt darin nicht nur Tipps zur Pflanzenauswahl und Pflanzpläne für verschiedene Standorte, sondern auch Informationen zur Terrassengestaltung, zur Wahl von Steinen für Wege, wie man Wasser in den Garten bringt und welche Zäune und Hecken für welchen Gartenstil geeignet sind.  

Praxisbuch Gartengestaltung Blick ins Buch

Und auch, wenn man so wie wir in seinen gestalterischen Möglichkeiten eingeschränkt ist, weil Hecken vom Nachbarn und Bäume schon seit Jahren für zu viel Schatten sorgen, lernt man doch noch eine Menge zum Thema Garten und wie man ihn gestalten kann.

Dass ich dabei erfahren habe, dass ein Garten für mich ein unverzichtbarer, beglückender Bestandteil des Lebens ist, habe ich allerdings schon vorher gewusst. Und ich stimme den beiden Autorinnen zu: Das Paradies liegt vor der eigenen Haustür!

Collage Garten zu jeder Jahreszeit

Jetzt müssen wir mit der Neugestaltung des Vorgartens nur noch beginnen, denn das ist der Teil des Gartens, den wir alle täglich durchlaufen. Und deshalb plädieren die Autorinnen dafür, diesen keinesfalls zu vernachlässigen. Recht haben sie.

Das Praxisbuch Gartengestaltung von Gabriella Pape und Isabelle Van Groeningen gibt es im dk-verlag.de.

Mittwoch, 26. Januar 2022

Noch mehr winterliche Deko-Ideen mit Material aus der Natur

Pappmaché-Schale mit Clematis beklebt
Die Pappmaché-Technik, mit der ich die Schale aus Silberblättern gemacht habe, eignet sich auch für alle möglichen anderen Materialien aus der Natur. Man kann eine solche Schale zum Beispiel auch mit Clematisranken gestalten. Die Zweige mit den puscheligen Samenständen findet man jetzt im Januar zum Beispiel bei einem Spaziergang im Wald. Bei uns hat sich die Gewöhnliche Waldrebe (Clematis vitalba) allerdings auch schon im Vorgarten angesiedelt. Dort rankt sie an einem Ahorn. 
Luftballon zuerst mit Papier bekleben und dann mit Clematis
Ich habe auch hier einen aufgeblasenen Luftballon zunächst mit Tapetenkleister eingepinselt und dann mit einer Schicht aus weißem Papier beklebt. Man kann dafür dünnes Seidenpapier verwenden. Es funktioniert aber auch mit weißem Klopapier. Wenn das Papier getrocknet ist, kleistert man die Pappmachéschale erneut ein und klebt die Clematis-Samenstände ringsum daran fest. Damit alles gut hält, muss man auch diese noch einmal mit einer Schicht Kleister vorsichtig einstreichen. Ist alles getrocknet, wird der Luftballon entfernt.
Luftballon nach dem Trocknen der Schale entfernen
Am oberen Rand der Schale habe ich die Samenstände allerdings absichtlich nicht eingekleistert. So entsteht an der Schale ein leicht plüschiger Rand. Und auch das Papier habe ich - anders als bei den Silberblättern einfach am Rand so gelassen, wie ich es aufgeklebt hatte - mit Falten und Spitzen. Bei der Silberblattschale habe ich extra darauf geachtet, dass die akkurat geklebten Silberblätter den Rand gebildet haben. 
Pappmaché-Schale mit Clematis und Zapfen gefüllt
Ein paar kleine Mini-Kiefernzapfen passen auch in dieses Schälchen - und fertig ist eine weitere winterliche Deko-Idee.
Papierschale mit Clematis als winterliche Dekoration
Zusammen mit den weißen gefilzten Blumen, die ich schon vor zwölf Jahren gefilzt habe - damals hatte ich sie im Schnee fotografiert - ergibt die Clematis-Schale eine hübsche winter-weiße Dekoration für die Küchenfensterbank. Sie wirkt schön frisch, obwohl sie ganz ohne Blumen auskommt.
Clematis-Schale und weiße Filzblumen auf der Fensterbank
Man könnte statt der Clematissamenstände als Alternative auch einige Hände voller gebleichte Gräser verwenden, die man zurzeit auf den Feldern und am Wegesrand findet. Auch das passt gut zum Winter.

Winterliche Deko-Idee: Papierschale mit Clematis
Vor einigen Jahren habe ich schon einmal Teelichtschalen aus Heu im Sommer gebastelt. Die Technik war ähnlich. Allerdings habe ich damals kein Pappmaché verwendet, sondern das Heu eingekleistert und direkt auf eine Basis aus kleinen Glas-Schälchen geklebt, die ich mit Folie abgedeckt hatte. Also ganz ohne Luftballon und Papier. Und auch mit Stoff kann man wunderschöne Schälchen in dieser Technik basteln.
Pappmaché-Schale mit Clematis beklebt nah